Die ersten 48h mit Dexcom

Hallo liebe Leserin, hallo lieber Leser!

Neben meiner Pumpe, dem Apparätche, trage ich seit zwei Tagen nun ein weiteres Apparätche mit mir herum: Den Dexcomempfänger. Wo ein Dexcomempfänger ist, wird auch ein Transmitter und Sensor ja nicht weit sein. Mein rechter Arm ist genau damit verziert. Seit Antragsstellung, Genehmigung und letzlichem Anlegen des Sensors sind drei Monate vergangen. Vor lauter Freude könnte ich Luftsprünge machen. Moment, könnte? Ich springe einfach.

Was genau ist bzw. macht Ein cgm / der Dexcom?

Während Blutzuckergeräte den Blutzucker messen, misst der Dexcom (bzw. sogenannte CGMs/FGMs) den Gewebezucker. Dieser kann vom normalen Blutzucker um bis zu 30 Minuten abweichen. Ein weiterer wesentlicher Unterschied ist, dass der Blutzuckerwert einem statischem Foto gleicht: er zeigt mir, was in diesem Moment ist. Der Gewebezuckerwert im Dexcom ist mit einer Filmaufnahme zu vergleichen: ich sehe anhand einer Kurve, was davor war und ich bekomme Trendpfeile, ob der Gewebezucker gerade eher steigt oder sinkt. Damit kann zum Beispiel Unterzuckerungen vorgebeugt werden. Zusätzlich bekomme ich sogar Alarme, wenn ich stark steige, abfalle oder eine bestimmte Gewebezuckergrenze überschreite. 🙂

Jetzt in diesem Moment liegt der Dexcomempfänger neben mir und zeigt einen Wert von 104 mit leichtschrägen Trendpfeil nach unten. In der Nacht war ich zu hoch und hatte die Basalrate erhöht. Vorhin habe ich korrigiert sowie die Basalrate weiter (wie in der Nacht) erhöht gelassen. Nun sehe ich den Trendpfeil plus den Wert im Normalbereich und stelle die Basalrate wieder auf 100%, um eine Unterzuckerung zu vermeiden. Ich merke schon, dass ich in den nächsten Tagen mit einer Datenflut en masse konfrontiert werde, obwhol ich vorher schon täglich 7 – 10 mal gemessen habe. Diese gilt es zu interpretieren und zu verstehen. Obwohl ich meine Diabeteseinstellung zu 90% alleine mache, bin ich sehr froh, meine Daten an meine Praxis senden zu dürfen und da Unterstützung zu bekommen. Ich habe schon oft von anderen Diabetikern mit CGM/FGM gehört, dass gerade in der ersten Zeit der Diabetes neu entdeckt wird – trotz teils laaaanger Diabetesdauer.

Daten, Daten, Daten

Schon nach 48 Stunden bemerke ich eine Veränderungen und offene Fragen. Da wäre ich auch sehr froh, wenn ihr mir noch Tipps geben könntet.

  • Wie kann ich sinnvoll meine Daten kombinieren? Mysugr, Accu-Chek Combo Pumpe und Dexcom?
  • Welche Tasche nutzt ihr für den Dexcom-Empfänger oder ist er so stabil, dass er zwei Jahre Hosentasche etc. überlebt?
  • Wie kann ich den Dexcom denn mit ins Schwimmbadbecken nehmen, eignet sich da eine Unterwasserkameratasche?
  • Kann ich den G4 irgendwie von „Gramm Kohlenhydrate“ auf BE umstellen?

Bemerkt habe ich:

  • Schon jetzt messe ich weniger blutig
  • Schon jetzt habe ich es bei einer nur 30 Minuten-Sporteinheit die Sicherheit genossen, nicht von einer starken Unterzuckerung gestört zu werden
  • Meine Nachtbasalrate ist zu niedrig
  • Der Essensabstand morgens von 20 Minuten trotz Humalog ist und bleibt sinnvoll 😦
  • Die Ledertasche des Empfänger ist für mich unpraktisch, klobig und hässlich. Übergangsweise nutze ich eine alte BZ-Messgerät-Hülle von Accu-Chek…passt nicht perfekt, aber für den Anfang reichts 😉

Diabeteswissen ist Macht! Möge die Macht mit dir sein!

Meine CGM-Schulung fand mit zwei weiteren Diabetikern in meiner Arztpraxis statt. „Lustigerweise“ hatten wir alle drei einen Wert um die 350 mg/dl. Bei mir verschuldet durch eine spät bemerkte Hypo mit Gegenregulation, einem zu kurzen Spritz-Ess-Abstand und der Aufregung. Im Übrigen war ich sehr froh, schon vorher so viel gelesen zu haben. Mir wäre die Schulung viel zu schnell gegangen und vieles für mich wichtige hat keinen Platz gefunden, weil die „Basics“ natürlich auch vermittelt werden müssen. Die nächsten Tage werde ich neben learning-by-doing auch wieder in Ulrike Thurms Buch CGM- und Insulinpumpenfibel lesen. Meiner Meinung nach sehr praxisnah geschrieben und geht auf viele verschiedene Aspekte ein. Für mich bedeutet Wissen in Diabetessachen die größte „Waffe“ gegen Komplikationen. Gilt selbst dann, wenn es mal nicht läuft. Alleine zur Analyse brauche ich viel Wissen, um meine Fehler in der Therapie zu finden.

Ich freue mich auf eure Tipps und meine spannende Eingewöhnungszeit.

Viele Grüße, beate_putzt (mit nun zwei Apparätche)

 

P.S.: Die meisten Tipps habe ich von anderen Blogs. Dafür bin ich sehr dankbar. Gerade zur Fixierung möchte ich an dieser Stelle auf einen Beitrag von Ilka auf mein-diabetes-blog.com verweisen! Denn nach über zehn Jahre mit der Pumpe sitzt dank diesem Tipp der Katheter auch an heißen Sommertagen bombenfest.

P.P.S.: Liebe technikaffine Community, wie kann ich selbst erstellte GIFs ohne den Umweg auf youtube in wordpress laden?

12 Gedanken zu “Die ersten 48h mit Dexcom

  1. ceben80 schreibt:

    Hallo Bea,
    wünsche dir einen guten CGM Start mit dem C4, nach 7 Tagen kann man den Sensor neustarten, denn oft ist die zweite Woche die beste von der Stabilität
    Viele Grüße
    Matthias

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  2. Jochen schreibt:

    Hallo Bea,
    dass der Dexcom Empfänger nicht wasserdicht ist, ist praktisch unerheblich. Im Wasser funktioniert die Bluetooh-Verbindung nicht. Hatte früher den G4 zusammen mit der Animas Vibe (letztere ist ja wasserdicht). Immer wenn ich ins Wasser bin, war die Verbindung weg. Sender und Empfänger finden aber ziemlich schnell wieder zusammen, so dass es sich verkraften lässt.
    Viel Spaß und Erfolg mit dem neuen Apparätche und ausreichend Geduld, um nicht bei jedem signalisierten Anstieg zu korrigieren und damit „überzureagieren“.

    Gefällt 1 Person

  3. Daniela schreibt:

    Hallo Beate,
    Seit der Schwangerschaft bin ich auch überglücklicher Besitzer des Dexcom und mag es nicht mehr missen. Ich hab Diabetes bereits seit 32 Jahren und kann wirklich sagen, das ich den best eingestellten Diabetes seit langem habe und auch viel mehr Sicherheit. Ich habe dazu auch die combo und accu check Aviva Messgerät und zur Auswertung der Daten nutze ich die Diasend Software. Mit diasend kannst du verschiedenste Geräte und andere Softwares auswerten (z.b. Auch jawbone). Ich drucke die Auswertungen auch immer aus wenn ich zum dia doc gehe. Ist immer ganz hilfreich. den dexcom Empfänger hab ich immer in der Hosentasche oder wenn mal keine da ist dann einfach in den BH 🙂 Aso und noch einen Kleinen Tipp: ich Trag den Sensor immer am Bauch (seitlich oder im Speck 😉 zum einen ist die Abreißgeschichte mit Türrahmen und etc. hinfällig und zum anderen sind die Daten verlässlicher und einen 30min Abstand zum Blutzucker hatte ich noch nie, 5min passt eher. ich hoffe das ich dir ein paar Tipps geben konnte. Lg Daniela

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    • beateputzt schreibt:

      Hallo Daniela, vielen vielen Dank. Da werd ich mich informieren wegen diasend. Auch sonst für mich hilfreiche Tipps und Erfahrungen. Schön, dass es mittlerweile so gut läuft bei dir! 🙂 Viele Grüße, Beate

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  4. Lena mit dem Biomüll schreibt:

    Liebe Beate,
    leider kann ich keine einzige deiner Fragen beantworten, nicht mal die wegen der GIFs und so. Aber ich freu mich umso mehr zu hören, dass du weniger blutig messen musst und sogar befreiter Sport machen kannst. Yuhu! Weiterhin alles Gute beim Aneinandergewöhnen 🙂

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  5. ceben80 schreibt:

    @Jochen, da hast du etwas verwechselt, der G4 arbeitet nicht auf Basis von Bluetooth (ist G5). Unter Wasser funktionieren generell keine Dexcom Transmitter, die Funkstrahlen werden vom Wasser abgeschirmt. Beim Enlite CGM werden die BZ Werte im Wasser im Transmitter gespeichert und wenn man wieder Kontakt zum Empfänger hat, übertragen (großer Vorteil vom Medtronic CGM „Enlite“)

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