Der Freizeitsport, die MitsportlerInnen & TrainerIn, mein Diabetes und ich

Diabetes und Sport. A neverending story.

Zunächst mal für mich als Person mit Diabetes: Wie bereite ich mich vor? Was muss ich beachten? Dann als Pumpenträgerin: Wie verstaue ich die Pumpe sicher? Hier habe ich vor einiger Zeit meine 8 bequemen Wege, eine Schlauchinsulinpumpe zu tragen, zusammengefasst. Einige eignen sich auch zum Sport treiben. Ilka von mein-diabetes-blog.com hat sogar hier spezielle Trageweisen für Messgerät, Dexcom und/oder Insulinpumpe gesammelt.

Betrifft Diabetes beim Sport denn nur mich?

Ich bin kein Mannschaftssportfan, mache aber gerne Sport in der Gruppe. Z.B. Yoga oder Zirkeltraining. Wenn ich einen Kurs länger besuche, informiere ich nach einiger Zeit die oder den TrainerIn und die MitsportlerInnen. Oder es bekommt beiläufig jemand mit, weil ich ab und an leichte niedrigere oder abfallende Blutzuckerwerte mit nem kurzen Päuschen und einem Saftpäckchen bekämpfe. Nach solch einem Training hat mich letztens meine Trainerin gefragt „Beate, was kann ich denn im Notfall tun?“ Da war nicht viel Zeit und ich habe nur ganz knapp erklärt.

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Was muss ich beachten?²

 

Was passiert im Körper beim Sport?

Vereinfacht ausgedrückt: Insulin schließt als Schlüssel die Zellen auf, dass diese die Glukose (Zucker) aufnehmen können. Ohne Insulin passiert gar nichts. Das ist vergleichbar mit einem Auto an der Tankstelle und dem vergessenen Autotanksschlüssel: wenn ich keinen Schlüssel für den Autotank dabei habe, habe ich Benzin und ein Auto, dass nicht fährt. Das Benzin muss in den Tank. Soweit logisch? Beim Sport passiert folgendes: Das Insulin als Schlüssel ist vorhanden, die Bewegung erhöht die Aufnahmefähigkeit des Körpers, die Zellen brauchen Nachschub an Glukose. Daraufhin gibt der Körper des Menschen ohne Diabetes das Signal, die Bauchspeicheldrüse möge ihre Insulinproduktion reduzieren, die Leber möge Glukose ausschütten. Das klappt mit Diabetes nun ja…nicht so gut. 😉

Dementsprechend muss ich meinen Körper auf den Sport vorbereiten. Während des Sports seh ich dann auch gerne aus wie Lara Croft.

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Doch „was wäre wenn“ und ich bekäme eine Unterzuckerung, bei der ich Unterstützung oder Hilfe von meinem Trainingspartner oder Trainer bräuchte?

Gönnt mir meine Pause. Wenn ich aufgrund des Diabetes eine Pause mache, brauche ich keine Motivation, sondern Zeit und Zucker.

Damit wären wir beim nächsten Schritt: Gebt mir bitte etwas zuckerhaltiges, möglichst fettfrei zu trinken oder essen! Ich habe in meiner Sporttasche immer Saftpäckchen, Traubenzucker und Müsliriegel mit. Genauer über Unterzuckerungen habe ich in Bezug auf Eigen- & Fremdwahrnehmung bei schweren Unterzuckerungen schon geschrieben.

Worst case: wäre ich nicht mehr ansprechbar, unterbrecht die Insulinzufuhr (indem ihr den Schlauch rausreißt, tut auch nicht weh) und ruft den Notarzt mit dem Hinweis „Insulinpflichtiger Diabetiker mit Unterzuckerung“. Bitte niemals einer ohnmächtigen Person irgendetwas zu trinken oder zu essen geben.

Mir sind diese ganzen schlimmen Sachen noch nicht passiert *toitoitoi*,  trotzdem oder gerade deshalb warne ich lieber mein Umfeld vor als das ich es nie erwähnt hätte.

Ich wünsch euch viel Spaß beim Sporteln! Putzen wirkt auf meinen Stoffwechsel übrigens auch wie Sport. In diesem Sinne: beate_putzt 🙂

 

___________

Quelle:

²: https://de.fotolia.com/Content/Comp/100018984

 

2 Gedanken zu “Der Freizeitsport, die MitsportlerInnen & TrainerIn, mein Diabetes und ich

  1. Beate schreibt:

    Oha.. mit deiner tollen Seite befürchte ich, dass mein Argument „ich weiß gar nicht wohin mit dem ganzen Zeug beim laufen“ bald nicht mehr ziehen wird, meinem Mann gegenüber 🙈

    Ja, du hast Recht und mit >30 Jahren Diabetes auf dem Buckel sollte ich mich auskennen 🤔

    Vielleicht bin ich manchmal aber einfach zu faul und / oder hab als nächstes Argument irgend etwas anderes am Start 😂

    Mal sehen, wie es weiter geht 😎💚

    Ich wünsche dir das beste 💖

    Gefällt 1 Person

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