#DBW2018: Meine persönliche Diabetes-Inspiration

#DBW2018, der letzte Tag. Das Thema lautet

„Meine persönliche Diabetes-Inspiration“

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Wo kann ich Diabetes-Inspiration finden?

Online und offline gibt es für mich ganz viele verschiedene Menschen und Projekte, die mich inspirieren. Hast du in dieser Woche vielleicht ganz neue Inspiration entdeckt? Durch Menschen, Projekte oder ein Lied?

Meine online-Inspiration

Mich inspiriert immer wieder die Diabetescommunity. Gerade bei den Treffen im offline-Leben kommt soviel Input zustande, dass mir oft tagelang der Kopf schwirrt.

Meine offline-Inspiration(en)

Meine Diabetespraxis

Eine Person, die mich nur offline inspiriert, ist meine Diabetesärztin. Deren Praxis ist für mich so passend, dass ich mittlerweile 800km weit dorthin fahre. Ich werde ohne Vorstellen erkannt, freundlich vom gesamten Personal begrüßt. Mit meiner Ärztin bespreche ich jedes Mal meine Werte, berichte von meinen letzten Anpassungen und nehme mit ihr gemeinsam Änderungen vor. Am Anfang steht aber immer (!) die Frage, wie es mir gerade geht. Das erlebe ich als sehr hilfreich, denn mein Diabetes ist auch immer von meinen Lebensumständen abhängig. Jedes Mal danach verlasse ich beschwingt die Praxis – mit der Motivation für neue Artikel, neue Projekte und auch für mein eigenes Diabetesmanagement. Nicht umsonst hat meine Ärztin Preise für herausragendes Engagement erhalten. Ihr merkt: Ich bin begeistert.

 

Mein Jakobsweg

Der Weg ist das Ziel. Schon mehrfach habe ich euch von meinen Pilgerreisen erzählt, mich ruft der Weg seit 2015 regelmäßig. Auch in Deutschland treffe ich (ungeplant) häufig auf einen Teil des Weges. Der Jakobsweg beginnt immer vor der eigenen Haustür.

Wegweiser

Wie kann eine Pilgererfahrung Inspiration für den Diabetes sein?

Diabetes beginnt vor der eigenen Haustür. Ich kann nicht den Weg eines anderen gehen. Ich kann mich inspirieren lassen. Mein eigenes Tempo muss, will und kann ich trotzdem entwickeln. Bei meiner Diabetestherapie ist auch der Weg das Ziel. Das galt sogar schon bei meiner CT 1994. Ausprobieren, evaluieren, anpassen.

Diabetes-Inspiration: In der Ruhe liegt die Kraft

Der Jakobsweg als Fernwanderweg und Pilgerstrecke als auch der Diabetes sind Ausdauerdinge. Mit dauerhafter Anspannung und Stress kann ich das nicht schaffen. Ich muss mir die Ruhe nehmen, um meinen Weg zu gehen.

Messen geht überall.

Diabetes-Inspiration: Buen camino

Buen camino – einen guten Weg dir! Ich kann sowohl Mitpilgern als auch anderen Menschen mit Diabetes einen guten Weg wünschen. Sie unterstützen, ihren Weg zu finden. Mehr aber auch nicht. Gehen müssen wir selbst. Das ist auch gut so. 😊

Mach den ersten Schritt!

Inspiriert dich auch die Natur? Deine Praxis? Die Community? Ich bin gespannt, von dir zu lesen und noch mehr Inspiration zu finden. 😊

Zeit, auf Wiedersehen zu sagen

Es ist der letzte Tag der Diabetesblogwoche, #DBW2018. Ich hoffe, wir lesen uns und sehen uns, um uns gegenseitig zu inspirieren.

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#DBW2018: Diabetes-Nebenwirkungen

#DBW2018 Tag 4. Heutiges Thema:

„Diabetes-Nebenwirkungen. Zwischen Motivation und Downphasen spiegeln sich die psychischen Belastungen wider. Welche beschäftigt dich?“

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Ich kenne viele Nebenwirkungen, doch welche haben es in meine TOP5 der Nebenwirkungen geschafft?! Vielleicht kannst du dich ja wiedererkennen?

TOP5: Die Handtaschennebenwirkung

Mein Diabeteszeug muss immer mit. Selbst mit Pumpe und Sensor muss ich für mein „gutes Gefühl“ mindestens neben Pumpe und Handy noch ein Gel/Saft und Traubenzucker mit. Das passt nicht mehr in eine Hosentasche und tadaaa, wird wieder eine Handtasche gebraucht.

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TOP4: Das Einkaufsdilemma

Ich stehe im Supermarkt, habe bereits meinen inneren Einkaufszettel abgearbeitet und weiß nicht mehr, ob ich noch Hypohelfer brauche. Kaufe ich keine, habe ich garantiert nur noch zwei Dinge daheim. Kaufe ich welche, habe ich garantiert noch genug Vorrat. Wenn ich zusätzlich gerade mit Trendpfeil nach unten unterwegs bin, wandern auf jeden Fall auch völlig unnötige Süßigkeiten mit in den Einkaufskorb – denn nichts schmeckt besser, als absteigende Werte mit Keksen & Co zu bekämpfen.

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TOP3: Die TypFler

TypFler sind Menschen im Umfeld der Menschen mit Diabetes. Diabetes Typ Familie und Freunde. Mein Umfeld kennt sich besser aus als das, was man so in der Schule gelernt hat (wenn überhaupt). Sie können Kurzreferate über Unterzucker, Sensoren, Pumpen, Reisen und Sport mit Diabetes halten und bei Unsicherheiten fragen sie mich nochmal. Weil sie an meinem Leben teilhaben, nicht, weil ich ständig Powerpointfolien präsentiere. 😉

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TOP2: Die Handysucht

„Leg doch mal dein Handy…oh. Ist das dein Diabeteshandy.“ Spätestens seit dem Loopen, aber auch schon vereinzelt vorher mit dem Umstieg auf den G5 Sensor werde ich öfter angesprochen, ob ich mal mein Handy weglegen könne/warum ich zwei Handys habe/dass ich doch eben schon am Handy war. Vieles in meiner Welt spielt sich digital ab, mein Diabetesmanagement hat mich Technik besser verstehen, besser anwenden lassen. Wir brauchen vielleicht doch keinen Medienkompetenzunterricht in Schulen, sondern einfach nur Menschen mit Diabetes, die ihren Alltag erlebbar machen 😉 – Nicht umsonst haben meine Schüler im Förderschwerpunkt geistige Entwicklung verstanden, warum ich die Smartwatch trage und wie das System funktioniert.

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TOP1: Das (dreifache) Medizin-Coach-Drillinstructor-Studium

Ich habe ein abgeschlossenes Masterstudium mit dem Abschluss Master of education. Durch meine Diabeteskarriere habe ich aber auch Medizin studiert und bin Expertin meiner Krankheit. Ich bin Coach für mich, manchmal auch für andere Menschen mit Diabetes. Ich bin ein Drillinstructor, um mich wieder motivieren zu können (eventuell habe ich das auch beim Sport mit meinen ehemaligen Mitbewohnerinnen eingesetzt).

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#DWB2018: Nebenwirkungen

Das waren sie, meine TOP5-Nebenwirkungen für den vierten Tag der #DBW2018. Die meisten davon sind eher lustig bis nervig. Hast du dich wiedererkannt? Oder eher so „Boah nee, kenn ich alles gar nicht?“ Ich habe natürlich auch negativere Nebenwirkungen. So sagte eine Freundin mal zu mir „Ach das ist doch egal, sei doch mal spontan!“. Ja, ich wäre auch gern spontan gewesen – dummerweise waren wir kurz vorm essen am überlegen, ob wir direkt danach eine kleinere oder größere Radtour machen wollen. 😉

Erzähl mir gerne von deinen Nebenwirkungen, schließlich ist der Austausch in der Community mit das schönste (an der Blogwoche) 🙂

Lehrerin im Vorbereitungsdienst mit Diabetes – Teil 2

Eigentlich müsste ich noch mehr machen. Eigentlich müsste ich noch mehr optimieren. Es ist nie genug. Aber auch die Erkenntnis: Sei nicht so streng mit dir selbst.

Moin!

Die ersten 100 Tage im Schulsystem liegen hinter mir. Damit auch erste Erfolge, Rückschläge, Ernüchterungen und verpasste Stunden Bewegungszeit. Aber es wird besser.

Am Anfang konnte ich meinen Diabetes besser beherrschen, da steckt momentan sehr viel Arbeit drin, leider noch nicht so viele Erfolge. Dafür kann ich mittlerweile schon schneller Unterricht vorbereiten und besser mal abschalten.

Bin ich so leistungsfähig wie andere?

Diese Frage stelle ich mir gerade sehr oft. Ich möchte mindestens genauso leistungsfähig sein wie andere, ich möchte zeigen, was ich als Mensch mit Diabetes alles kann. Leider führt das dazu, dass ich mir selbst nicht eingestehen kann, wie anstrengend das Leben mit Diabetes ist und vor allem gerade aktuell ist. Seit kurzem loope ich und das ist eine komplette Veränderung von allem, was vorher galt. Meine Umstellungen von CT auf ICT, von ICT auf Pumpe haben meine Eltern aufgefangen (logisch, ich war viel zu klein und trage die Pumpe seit ich 12 bin). Mein CGM brachte keine Mehrarbeit mit sich, da es „nur“ das bestätigt hat, was ich vorher schon vermutet habe und zusätzlich noch piepste, wenn mein Zucker in niedrige Bereiche wanderte. Der Loop dagegen ist vermutlich mit der Umstellung auf die Pumpe zu vergleichen und es ist wie immer im Diabetes: Eigentlich müsste ich noch mehr machen. Eigentlich müsste ich noch mehr optimieren. Es ist nie genug.

Das Gefühl habe ich gerade auch im Referendariat. Als Lehrerin wiederum wird mich das ebenso begleiten: Eigentlich könnte ich das noch verbessern, noch differenzieren, individualisieren.

„Es ist anstrengend, aber…“

Ich beneide gerade die Kollegen im Ref mit Kind. Bei Kindern reagiert das soziale Umfeld immer mit „Deine Priorität ist dein Kind und ja, das ist manchmal ganz schön anstrengend.“ Ich habe auch das Gefühl, dass die Kollegen mit Kind auch eher sagen können „Ja, es ist anstrengend“. Mir fällt das bis heute schwer. Ich kann mittlerweile sagen, dass der Diabetes ein 24 Stunden Job ist, doch bei mir im Kopf höre ich immer einen Gegenspieler: Ja, und trotzdem musst du stark sein, du musst dich eben mal zusammenreißen, du musst das jetzt schaffen. Wenn du dich nur mehr kümmern würdest, würde das auch klappen. Andere können das ja auch.

Meine Freunde und TypFler wissen das, wie sehr mich das mitprägt. Das ist auch sehr gut so. Durch meinen Umzug habe ich hier aber meine vertrauten Personen nicht um mich herum. So bleiben diese Gedanken also in meinem Kopf.

Ich stelle gerade schon fest, dass ich bemerke, wie anstrengend es ist, sich gleichzeitig um Diabetes und den sowieso anstrengenden Berufseinstieg zu kümmern. Ich habe heute von meiner Mama gehört:

„Sei nicht so streng zu dir selbst. Du stellst gerade deine komplette Therapie um, ich kann da schon gar nicht mehr mitreden. Dazu Umzug, Ref….was willst du denn noch alles auf einmal machen? Du machst das schon. Du musst das*  in deinem Kopf akzeptieren, die anderen sind schei*egal.“ [*das es anstrengend ist]

Das ist wohl der Punkt: Ich für mich muss da an mir arbeiten, mir zu sagen, dass ich manchmal erschlagen bin UND das in Ordnung ist. Wenn die Nacht blutzuckermäßig nur so semi-gut lief, der Tag im Wertechaos durch zu vieles Sitzen war (Seminartage sind laaaaang) und gleichzeitig der Input von allen Seiten kommt. Die anderen Mit-LIVs sind auch erschlagen. Ich habe nur immer Angst (vor allen in meinem eigenen Kopf!!!), dass ich das Bild eines Menschen mit Diabetes vermittle, das ich so gar nicht sein will. Der Mensch, der immer sagt „ich kann nicht, ich brauche eine Pause, weil ich habe ja Diabetes“.  Einfach mal stehen lassen zu können, dass es gerade anstrengend ist und ich vielleicht auch eine kleine Pause mehr brauche als andere. Ohne das zu relativieren, à la „aber es geht mir ja gut“.

Ich lebe mit Diabetes Typ1.

Mein Diabetes ist mein Kind, das mal sehr brav ist, mal nachts Albträume hat und mal den Supermarkt leer schreit. Das ist anstrengend und es braucht Zeit. Falls du hier schon länger mitliest, weißt du hoffentlich, dass ich kein Problem damit habe, Diabetes zu haben. Ich leide auch nicht an dieser Krankheit. Ich lebe mit Diabetes Typ1. Leben ist eben manchmal anstrengend. Jeder Mensch hat sein Päckchen zu tragen. Ich pilgere äußerst gerne mit meinem Rucksack auf dem Rücken durch die Gegend, da passt das Diabetespäckchen mit meinen anderen Gedanken auch rein 😉 Ich bin nicht schwach, wenn ich mal den Gedanken zulasse, dass ich wirklich einen zweiten Job habe.

Ich muss mir selbst das sagen, was ich anderen Menschen auch sagen würde: Es ist ok, das anstrengend zu finden.

 

Da mich das Thema gerade sehr beschäftigt, würde ich mich wirklich freuen, wenn du mich an deinen Gedanken teilhaben lässt, falls du dich auch gerade damit auseinandersetzt.

Viele Grüße, beate_putzt

 

 


Teil 1 von Lehrerin im Vorbereitungsdienst mit Diabetes findest du hier.

Aufreger der Woche: Druck, Druck, Druck

In diesem Aufreger der Woche geht es um Druck, negative Auswirkungen von Stress und ein Lösungsansatz.

Hallo in die Runde,

Ich bin ziemlich k.o. Schon lange ging es mir nicht mehr so schlecht wie in der letzten Zeit. Ein Berufseinstieg ist härter als gedacht, wenn sämtliche anderen Faktoren auch neu, anders oder negativ sind. Die letzten Wochen waren wirklich anstrengend muss ich sagen. Ich habe mir von verschiedenen Personen sagen lassen, dass DIE PRÜFUNG JA SCHNELLER KOMMT ALS WIR DENKEN und DAS WIR VIEL LERNEN SOLLEN und BITTE SCHALTET ABER AUCH MAL AB, ABER ERST NACHDEM IHR DAS NOCHMAL UND NOCHMAL GELESEN HABT. Ok, danke. 1.000 Eindrücke, die auf mich einstürmen und das ist bei einem Berufseinstieg oder -wechsel auch normal, so denke ich zumindest.

Don’t you worry about a thing?!

Was ich nur schwierig finde, ist nicht der Wechsel und die neuen Eindrücke. Es ist nicht, das ich umgezogen bin und mich neu orientiere. Es ist nicht der Diabetes. Es ist eine teils schwierige private Situation, mit der ich umgehen lernen muss und zusätzlich zu allem der Druck, der von allen Seiten kommt und bewusst eingesetzt wird UND ich mir selbst auch mache. So saß ich die letzten Wochen auch am Wochenende zehn Stunden täglich am Schreibtisch, habe mein sämtliches sportliches Pensum heruntergeschraubt und ein sonstiges Privatleben fand auch nicht mehr statt.

…cause every little thing is gonna be alright 🙂

Anfang letzte Woche war bei mir ein Punkt erreicht, an dem es so nicht mehr weiter ging. Nach verschiedenen Telefonaten und einigen Putzsessions hatte ich ein Lösungsmodell bereit: Ich strenge mich weiterhin an, mein Bestes zu geben. Dabei darf ich mich aber auch nicht vergessen. Ich habe direkt begonnen, wieder Sport zu machen, habe Ilka besucht und war mehrfach am Strand. Siehe da: Trotzdem habe ich genauso produktiv gearbeitet wie davor, bin weniger ausgebrannt und schlafe besser.

Ich hoffe, diese Phase bleibt. Das bedeutet natürlich trotzdem, dass es anstrengend ist und mir einiges abverlangt, aber hey, das bereitet mir letztlich ja auch Freude. 🙂 Mein Lösungsansatz ist nicht überall auf Begeisterung gestoßen, da die Sorge groß war, ich könnte eventuell weniger Leistung zeigen. LEISTUNG LEISTUNG LEISTUNG DRUCK DRUCK DRUCK.

Da habe ich mich an einen Spruch erinnert, den ich vor Jahren auf einer Hauptversammlung des Verband der Sonderpädagogen zum Thema gehört habe:

„Nur, wer für eine Sache brennt, kann auch ausbrennen.“ (frei aus dem Gedächtnis nach Prof. Dr. Wember)

Nun bin ich Gottseidank weit, weit entfernt vom Burnout. Dennoch merke ich, dass ich auf meine Resilienzfaktoren achten muss, gerade, wenn einige von ihnen wegbrechen oder sich in ihrer Kontinuität verändern.

Vorsorge ist besser als Nachsorge, so achte ich nun also darauf, nicht auszubrennen. Dazu zählt für mich, auch abzuschalten. Das manche Personen darin eine Gefahr sehen, ich würde in Zukunft eventuell weniger Leistung bringen…das muss ich widerlegen.

Ich glaube, das ist mein wirrster Beitrag seit langem. Was ich sagen will: Druck erzeugt Gegendruck, unnötig. Sinnvoll: Putzsessions, um den Kopf frei zu kriegen. Ressourcen und Leidenschaft sinnvoll nutzen. 

..und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen. (Astrid Lindgren)

 

Lehrerin im Vorbereitungsdienst mit Diabetes – Teil1

Start der neuen Reihe: Lehrerin im Vorbereitungsdienst mit Diabetes. Heute: Schwierigkeiten, Diskriminierung, Motivation und die ersten 4 Wochen.

Moin in die Runde,

seit einem Monat habe ich meine neue Stelle angetreten: Lehrerin im Vorbereitungsdienst. Habe mein altes geliebtes Studienstädtchen mit Freunden und altem Arbeitsplatz zurückgelassen und mich buchstäblich auf an neue Ufer gewagt. 🙂 Neue Ufer heißt, ich wohne in der Nähe der Nordsee (die Ostsee ist auch nicht fern), gewöhne mich an den norddeutschen Humor und meinen neuen Berufsalltag.

Berufsalltag? Aber du hast doch…?

Richtig, ich hab doch immer noch Typ1 Diabetes. Es läuft, oder auf norddeutsch: Et lööpt. Trotzdem hat mir der Diabetes in letzter Zeit viel Kopfzerbrechen bereitet und wird das auch in Zukunft wieder tun. Es fallen viele Veränderungen an und so lief ich im Januar von Versicherung zu Versicherung mit der Frage „Nehmen Sie mich auch als Typ1-Diabetikerin?

Die Frage der Versicherung: Aber, aber, aber

Ich bin im Gegensatz zu meinen Kollegen nicht für die Zeit im Vorbereitungsdienst privat versichert. Ich bin „freiwillig“ gesetzlich versichert, was mich über 200€ pro Monat kostet. Privat wird erst möglich, wenn ich auf Probe verbeamtet bin – denn dann haben einige PKVs eine sogenannte Öffnungsklausel. Jetzt könnte ich einen Antrag auf Aufnahme stellen, ABER die Wahrscheinlichkeit, dass der abgelehnt wird, ist sehr sehr sehr hoch und der riesige Haken an dieser Sache: Nach einem abgelehnten Antrag darf man nie wieder, auch nicht bei einer anderen Gesellschaft, einen Antrag stellen. Das alles wäre ja noch irgendwie ok für mich, würde der Staat mir trotzdem die Hälfte des Betrags abnehmen – wie er das schließlich in Form von Behilife & Co bei den PKV-Versicherten auch tut.  Fakt ist: Ich zahle gerade komplett den Beitrag. Alleine. Sobald ich endlich mal Gehalt habe, werde ich versuchen, bei den Gleichstellungsbeauftragten einen kleinen Zuschuss zu erreichen. Denn eigentlich gilt doch: „Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“ (Art. 33 GG) Hahaha, schaffen wir 2018 mal wieder überhaupt nicht. Hoffentlich wird mir bei den Gleichstellungsbeauftragten nicht zusätzlich im Wege stehen, dass ich mich bis jetzt ganz bewusst gegen den Behindertenausweis entschieden habe

Kollegen, Kinder oder „Moment, mein Handy piepst!“

Einigen meiner Kollegen und einer meiner Klasse habe ich schon gesagt, dass ich Typ1 Diabetes habe. Und eine Pumpe. Und ein CGM. Und ein Handy. Ah, das piepst gerade im übrigen...weshalb ich meine mobilen Daten im Schulalltag aus habe, um mein Handy wirklich nur als CGM-Empfänger nutzen zu können. Alle, die es bisher wissen, gehen wie erwartet damit um: „Ah ja, ok. Gibt’s was zu beachten? Kannst du grad mal schnell [kopieren/halten/…]“. Also alles entspannt, das find ich schön 🙂 Super fand ich auch einen Schüler, der mich fragte, was ich denn da am Arm hätte. Der Arm steckte in einem dicken Pulli, kein Wunder, wie er den Dexcom-Transmitter gefunden hat. Hab es ihm gezeigt, fand er cool.

Ich habe in jedem Klassenzimmer, in dem ich unterrichte, einen Saft deponiert. Es gilt hier wie auch im Unterricht: Gut vorbereitet erspart viel Stress.

Auswirkungen des Alltags auf den Blutzucker – ein 4 Wochen Fazit

Meine Blutzuckereinstellung hat sich seit Dezember verbessert. Das liegt zum einen daran, dass ich meine Motivation wieder gefunden habe und versuche, alles genauer zu machen und mein Wissen anzuwenden. Zum anderen tut mir der geregelte Tagesablauf gerade gut, den ich vorher im Uni- und Schichtdienstarbeitsalltag eher weniger hatte. So konnte ich meine Feineinstellungen verbessern Ich hoffe, ich bleibe weiterhin so gut am Ball…bisher freue ich mich nämlich schon auf den neuen HbA1C. Ich weiß, ich weiß, der HbA1C ist nicht das Maß aller Dinge, ich möchte meine Verbesserung trotzdem an einer besseren Zahl sehen. Die letzten waren abslout nicht zufriedenstellend.

Neue Reihe: Lehrerin im Vorbereitungsdienst mit Diabetes

Ich habe bisher im Internet nichts über Lehrkräfte mit Diabetes gefunden, zumindest nicht aus erster Hand. Deshalb habe ich beschlossen, diese Reihe zu starten und euch an meiner Entwicklung und steigendem Stresslevel teilhaben zu lassen. Zusätzlich erhoffe ich mir, ein paar Gleichgesinnte zu finden, die im schulischen Bereich arbeiten 🙂 Ich freue mich auf deine Erfahrungen im Schulalltag und mit den Behörden.

 

Schon wieder so spät. Seit 16:00 sitze ich fast ohne Unterbrechung vor dem Schreibtisch, aktuell 231 mg/dl. Der Faktor fürs Abendessen wird die nächsten Tage auch mal überarbeitet.

beate_putzt den Schreibtisch – Gute Nacht!

Jakobsweg: Camino del Norte

Irgendeine Kilometeranzahl zwischen 550 und 600km später sitze ich in Deutschland und frage mich, warum ich das schon wieder gemacht habe.

Vor zwei Jahren war ich auf DEM Hauptweg der Jakobswege, dem Camino francés, unterwegs. Bevor ich aufbrach, wusste ich damals noch gar nicht, dass es mehrere Varianten und Möglichkeiten gibt, Richtung Santiago de Compostela zu kommen. Schon auf dem Weg war klar, wir (meine Kindergartenfreundin Jana und ich) laufen nochmal. Dieses Jahr wollte ich eigentlich die 2.500km laufen, habe aus verschiedenen Gründen den Weg unterbrochen.
Wenig später bin ich in Spanien mit Jana wieder gestartet: Unser Traum vom Nordküstenweg (Camino del Norte) wurde gewagt und Spoiler, es hat sich gelohnt. 🙂

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Faktencheck

Der Nordküstenweg verläuft zu großen Teilen am Meer und ist meines Eindrucks nach anstregender und herausfordernder als der Camino francés. Lange Etappen, teilweise kilometerlanger Asphalt mit steinigen Untergrunden im Wechsel immer den Launen der Küste ausgesetzt. Zugegeben, das Wetter hätte nicht besser sein können und ich habe meinen stylischen Poncho nur drei Mal gebraucht. Es gab weniger Bars, um zwischendurch einzukehren, dafür abends schöne Gelegenheiten zum essen und trinken. Für mein leibliches Wohl war also zumindest abends stets gesorgt. Auf der ganzen Strecke habe ich nur drei Mal eine leichte Hypo gehabt. Nächtliche Überzuckerungen mit Unmengen an Wasser, morgendlichen Kopfschmerzen und wenig Schlaf hatte ich dagegen in der ersten Woche leider häufig. Das war wohl zum einen dem ungewohnten Essen als auch zum anderen der Ausbalancierung des reduzierten Basalinsulins geschuldet.

!Wichtig! Ich bin auf dem französischen Weg sehr gut mit dem roten Führer zurecht gekommen. Aus verschiedenen Gründen habe ich im Laufe des Nordküstenwegs mein rotes Buch entsorgt und bin mit dem gelben Führer weitergelaufen. Mit dem roten wäre ich wohl heute noch nicht in Santiago angekommen.

!Empfehlung! Ergänzend zum Buch kannst du dich unter der spanischsprachigen Website https://www.gronze.com/ informieren oder/und dir die App „buen camino“ (gelber Pfeil auf blauem Grund) herunterladen.

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Die Füße laufen lassen, der Rest läuft mit

„Es geht mir gut, es geht mir sehr sehr gut.“ – Eins, Zwo

Auf dem Camino habe ich nur wenige Aufgaben: laufen, essen, trinken, waschen, schlafen und meine Bauchspeicheldrüse imitieren. Alles andere ergibt sich von selbst, das Auge sucht nach Muscheln und Pfeilen, die als Wegweiser dienen. Die Stimmung entscheidet, ob ich mich unterhalte oder allein meinen Gedanken nachhängen mag. Und letztlich entscheidet der Jakobsweg darüber, was ich bekomme.

Die Faszination Jakobsweg kann mitunter einen esoterischen Kick erhalten, der jedem, der noch nicht gepilgert ist, wahrscheinlich immer unbegreiflich bleiben wird (mir vor meinem ersten Camino übrigens auch). Dafür wird jedem noch so kopfgesteuerten Menschen, der schon gepilgert ist, sofort ein verständnisvolles Lächeln ins Gesicht gezaubert. Ich kann es ganz schwer in Worte fassen, was dort passiert. Ein Autor, der das wesentlich besser kann als ich, ist Jean-Christophe Rufin: Nichts gesucht, alles gefunden. Meine Reise auf dem Jakobsweg.

Das einfache ist: Pack deinen Rucksack und geh los. Die Beschwerden kommen sowieso, in meinem Fall war das meine anfängliche Unsicherheit, weil in Frankreich nichts wie geplant geklappt hatte und an den letzten zwei Tagen noch zwei große Blasen erlaufen wurden. Jana dagegen hatte dieses Mal viele Schmerzen und ist nach Santiago vorgefahren und hat ihren Weg anders abgeschlossen. Deshalb waren wir am Ende eine Woche getrennt unterwegs.

Die Mitpilger

Grundsätzlich laufen auf dem Nordküstenweg weniger Menschen als auf dem Camino francés. Dadurch, dass ich auch längere Etappen als andere Pilger laufe, habe ich nicht ganz so viele Menschen getroffen. Da der Weg mir aber wieder das gegeben hat, was ich brauchte, war alles perfekt. Neben zahlreichen netten Bekanntschaften haben wir auch gleich am ersten Tag unseren „caminofriend“ Fabrizio kennengelernt, mit dem wir die etliche Kilometer mehr oder weniger gemeinsam gelaufen sind. Zusammen laufen ist auf solchen Strecken übrigens ein echtes Privileg: Ich gehe beispielsweise in hohem Tempo lange Etappen, mache zwei mittellange Pausen, stoppe nicht gern und unterhalte mich manchmal, aber nicht immer. Außerdem will ich nicht die ganze Zeit zusammen laufen, sondern auch getrennt. Gemessen an diesen Kriterien kann man sich leicht vorstellen, wie schwer es ist, jemanden zu finden, den man abends wieder sieht und je nach vorheriger Etappe auch noch erträgt 😉 Deshalb umso unglaublicher, dass ich zwei solche Menschen gefunden habe.

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Santander, Tag 1
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Santilla del Mar

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Gijon
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Jana im Sonnenaufgang
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Herberge

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Sonnenaufgang, Ribadesella
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Seminario, Mondoneo
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Camino suplementario

Kann es ein Fazit geben?

„Beate, wie war’s?“ Jetzt habe ich drei Möglichkeiten: Wenn die Person schon gepilgert ist, beginnt jetzt ein Gespräch über das Pro&Contra der Wege. Wenn die fragende Person noch nicht gepilgert ist (eine Option, die viel wahrscheinlicher ist), gibt es zwei Antwortmöglichkeiten:

  1. „Gut.“ (Evtl. noch: Gutes Wetter, anstrengend, gutes Essen, liebe Mitpilger)
  2. Eine Flasche Wein und mindestens drei Stunden Zeit. (Zeit zum Schweigen gehört auch mit zur Antwort)

Es lässt sich einfach nicht resümieren und kurz erzählen. Also für dich, liebe Leserin und lieber Leser: Es war gut. 🙂

Plus: Irgendeine Kilometerzahl zwischen 550km und 600km später sitze ich wieder im herbstlichen Deutschland und frage mich, warum ich das schon wieder gemacht habe und vor allem, warum ich schon mindestens einen weiteren Camino geplant habe…

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SANTIAGO 🙂

120km & Unterbrechung der Reise

Nach 120km Jakobsweg ist vorerst Schluss. Wie geht es weiter?

Seit drei Tagen bin ich nun vorerst wieder in Deutschland.

Wie meine ersten zwei Tage gelaufen sind, habe ich bereits hier berichtet. Insgesamt ein schwerer Start und so sollte es die nächsten Tage auch weitergehen. 120km in 5 Tagen habe ich geschafft. Leider nicht so, wie ich wollte. Abends war es immer schön, bloß der Tag an sich eben nicht. Von den 120km waren geschätzte 90km auf Asphalt, teilweise schlecht markierte Abschnitte (was bei mir als Kartenlesegenie an die Nerven geht) und kaum eine Möglichkeit zum einkehren. Einen Tag habe ich komplett ohne Kaffee verbracht! Insgesamt ist mir das auf den Magen geschlagen, es gab viele Tränen, Schmerzen in den Füßen und Beinen und ich habe sehr sehr wenig gegessen. Wer mich kennt, weiß, was das heißt. Nun würde die nächste Zeit hinter Strasbourg so weiter gehen (hier war ich bereits wieder mehr als 25km nur auf Asphalt unterwegs), weshalb ich mich nach noch mehr Tränen und schmerzhaften Kilometern habe abholen lassen.

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Doch es gab auch gute Seiten: Viel Hilfsbereitschaft und Interesse, abends leckeres Essen, entweder in netter Gesellschaft oder auch in Ruhe für mich alleine. Auch der Blutzucker hat sich, bis auf einen Tag, meistens gut benommen. Auch, wenn mein CGM an einem Tag einfach gar nicht funktionieren wollte: Ich bin mehr als froh, ein solches System nutzen zu dürfen.

Die Strecke Landau in der Pfalz – Strasbourg kann ich mit einem kleinen leichten Rucksack schon empfehlen, am besten in einer kleinen Gruppe, damit genung Nahrung für alle eingepackt werden kann. Allerdings ist sie nicht zu empfehlen, wenn man wie ich gerade aus dem größten Endspurt-Uni-Abschieds-Masterabgabe-Stress herausrennt, mit einem großen Rucksack auf dem Rücken und nur zu 70% trainiert. Dazu noch wenig Schatten, kaum eine Möglichkeit, das Wasser aufzufüllen und entweder Hitze oder starker Regen.

Auf dem rechten Bild ist es leider nicht so gut zu erkennen: Eine Teilstrecke führte über einen Kilometer durch Gestrüpp, das höher war als ich selbst. So hatte ich nun also viele Kratzer. Dafür haben sich die Wanderstöcke nochmal als guter Abwehrschutz erwiesen. 🙂

Wie geht es weiter? Die Zeit zwischen Uni und Vorbereitungsdienst auf meinen Lehrberuf ist für mich etwas besonderes. Nicht umsonst hatte ich eine solche Tour geplant. Deshalb auch die Überschrift: Unterbrechung der Reise. Ich werde diese Woche also zum auskurieren meiner Schmerzen nutzen und überlegen, wie es weitergeht. Mir schweben schon verschiedene Optionen vor. Definitiv werde ich im September mit meiner Kindergarten- und Pilgerfreundin Jana den Jakobsweg auf dem Nordküstenweg in Spanien machen…

 

„Ob eine Sache gelingt, erfährst du nicht, wenn du darüber nachdenkst, sodern wenn du es ausprobierst.“

 

Einbruch? Umbruch. Aufbruch!

Einbruch? Umbruch. Aufbruch! Meine persönliche Bilanz am Ende des Januars.

Hui, der letzte Tag im Januar und ich sitze gefühlt in einer Achterbahn Richtung unbekannt.

Einbruch?

Viele Freundschaften von mir, oder von denen ich dachte, es seien Freundschaften, brechen gerade weg oder sind auf Eis gelegt, da „im Stress“. Befinden sich selbst im privaten und beruflichen Neuorientierung, sind eingespannt und setzen andere Prioritäten als ich. Erst war ich ein bisschen geknickt, allerdings: Ausmisten des alten Ballasts oder Unpassenden schadet nie, da Platz für neues entsteht oder altes wieder zur Geltung kommt. #beate_putzt ist irgendwie wirklich das Motto im Januar.

Umbruch.

Die letzten Monate meines Studentenlebens sind angebrochen. Wenn alles klappt, so wie ich es gerne möchte, bin ich im Juni fertig (du darfst mir gern die Daumen drücken!). Ein Ziel, auf das ich lange lange lange hingearbeitet habe, ist fast erreicht. Es fühlt sich noch ziemlich irreal an und bis Juni ist noch sehr viel Zeit…und sehr viele Seiten Masterarbeit. Der Gedanke schwingt mit, bald ist dieser Abschnitt zu Ende.

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Aufbruch!

Ich muss mein WG-Zimmer rechtzeitig kündigen, ich muss fleißig für die Uni sein, ich muss mein Privatleben leben, ich müsste meinen Blutzucker im Griff behalten, ich müsste meine Ernährung ausgewogen halten, ich müsste regelmäßig meinen Sport beibehalten…das MUSS ist die Theorie, nur manchmal die Praxis. Ich freu mich jedenfalls schon wie Bolle auf mein CGM, das bald kommen müsste! 🙂 Außerdem plane ich gerade, was ich zwischen Studium und Vorbereitungsdienst/Referendariat machen will…es bleibt spannend!

Begleitet von…

lesenswerten Blogs, Büchern,  fabelhafter Musik, Essen, trotzdem noch ein wenig Sport und positiven Gedanken. Grundsäzlich immer auch von Familie, Freunden & Gott.

Ich wünsch dir viel positive Gedanken für den Februar. Putzt du noch oder lebst du schon? 😉 Viele Grüße, Beate

Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand!

 

 

beate_putzt stellt vor: meine treue Typ F’lerin und Schwester

Nicht nur ich befasse mich regelmäßig mit Diabetes, auch mein Umfeld bekommt mehr oder weniger viel davon mit. Dieses Umfeld wird auch als Typ F: Familie und Freunde bezeichnet.

Besonders involviert in die Auf- und Abfahrten auf der Diabetes-Achterbahn ist bei mir neben meinen Eltern und Freunden meine Schwester.

Neben dem, was eine Schwester sich eh schon anhören muss, darf sich meine ab und an noch Diabetestherapieprobleme vorjammern lassen, liest regelmäßig meinen Blog und kritisiert konstruktiv überall!

Doch was unterscheidet meine Schwester von allen anderen Freunden und meinen Eltern?

Im Gegensatz zu meinen Freunden kennt meine Schwester mich in allen Situationen seit ihrer Geburt. Schwere Hypos, schwere Hypers, Null-Bock-Phasen, Begeisterung für neue Pumpentaschen (die sie wirklich überhaupt nicht verstehen kann!) – das alles ist überhaupt gar kein Problem. Meine Eltern waren lange Zeit für meinen Diabetes mitverantwortlich und sehen einiges kritischer als jeder Arzt. Was natürlich gut ist, manchmal aber auch nervt. Meine Schwester ist da gelassener und hört sich Jammereien neutraler an, ohne gleich zu kritisieren und das, obwohl sie auch Kenntnisse des Diabetes besitzt. Meinen Blog bringt sie durch kritische Nachfragen und Anregungen voran – was euch als Leser auch hoffentlich zugute kommt 😉

Sie kennt gefühlt mehr Diabetiker als ich und spielt leidenschaftlich gerne mit mir Diabetes Bullshit Bingo.

Inwiefern ist es wichtig, einen oder mehrere gute Typ F’ler zu kennen?

Eine gute Diabetestherapie wird von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst. Einen großen Anteil hat eine stabile Psyche – die wird natürlich durch positive Unterstützung durch z.B. Typ F’ler gestärkt.

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Ein Herz für Typ F’ler

Was bedeutet Diabetes für Typ F’ler?

Wie Manu im oben verlinkten Beitrag aufgezeigt hat, liegt „die emotionale Belastung von deutschen Familienangehörigen […] bei 46,7%“. Diese hohe Zahl entsteht durch Sorgen, Ängste und wird durch mangelnde Schulungen der Angehörigen verstärkt. Sarah hat vor einiger Zeit ein Quiz erstellt, mit dem sich Typ F’ler über ihr Wissen testen können. Selbst „ganz nebenbei“ bekommen viele Typ F’ler mehr mit, als ich als Typ1er dachte. Meine Schwester sieht Diabetes als etwas normales an, was wohl an der eher positiven Einstellung meiner Eltern gegenüber des Diabetes liegt. Sie bemerkte bei einem Kommilitonen nicht mal, dass er sich gemessen hat – erst, als er im Auto gespritzt hat und der Insulingeruch da war, ist ihr bewusst geworden, dass er auch Diabetes hat.

Habt ihr auch einen oder mehrere Typ F’ler, die euch im Alltag unterstützen? Wie gehen sie mit dem Diabetes um?

All in all: DANKE liebe Typ F’ler, ihr seid grossartig! Ihr seid die Helden des Alltags!

[youtube https://www.youtube.com/watch?v=5GjAMZZyW9g&w=1280&h=720]

Resilienz, Achtsamkeit und Motivation – kritische Auseinandersetzung und praktische Tipps

Heutzutage ist die mediale Aufmerksamkeit oft auf Themen wie Achtsamkeit, Motivation, work-life-balance und Resilienz gerichtet. Doch wovon ist hier überhaupt die Rede?

Resilienz ist „die Fähigkeit zu Belastbarkeit und innerer Stärke“*, also der Blick auf die Widerstandskraft und Ressourcen von Menschen, mit unvorhergesehenen (schlimmen) Ereignissen im Leben umzugehen. Besonders resiliente Menschen werden umgangssprachlich als Stehaufmännchen bezeichnet. Mit Resilienz sind keine Charaktereigenschaften gemeint, sondern die Fähigkeit, mit Herausforderungen sinnvoll umzugehen. So versucht ein besonders resilienter Mensch, sein Ziel solange zu erreichen, wie es sinnvoll ist. Stellt es sich als nicht mehr sinnvoll heraus, formuliert er die Zielsetzung um und versucht Wege für die Erreichung des neuen Ziels zu finden.

Menschen mit einer hohen Resilienz sind nicht einfach nur motivierter als andere Menschen, genauso wenig wie Menschen mit einer (noch) nicht so hohen Resilienz nicht motiviert wären. Wo ist der Unterschied? Resiliente Menschen verfügen über einige Schutzfaktoren wie ein sicheres Bindungsverhalten, eine durchschnittliche Intelligenz, eine positive Ausstrahlung auf das soziale Umfeld sowie Unterstützung durch die Gesellschaft. Des weiteren verfügen sie über ein funktionierendes Konzept der Handlungs- und Selbstkontrolle.

Die Handlungskontrolle besteht im Wesentlichen darin, durch Reflexion und Einbeziehen der Umwelt eine Handlung durchzuführen.

Die Selbstkontrolle besteht aus vier Aspekten: der normativ-empathische Aspekt (z.B. die Bereitschaft zur Übernahme sozialer Verantwortung & Verpflichtungen), Aspekt der emotionalen Kontrolle (z.B. Ausgeglichenheit gegenüber äußeren belastenden Bedingungen und Widerständen), Aspekt der Bewusstheit (z.B. Nachdenken über eigene Handlungen) und der Aspekt der Selbstwirksamkeit und Selbstautonomie (z.B. die aktive Einflussnahme auf die Gestaltung der Welt).

Doch wie können wir Selbstkontrolle ausüben, wie können wir unser Leben achtsam gestalten und auf uns achten? Immer in dem Bewusstsein, dass wir als Einzelperson einen Einfluss auf die Welt nehmen können?

Das Verhältnis aus Psychohygiene und Soziohygiene sollte ausgeglichen sein. Also ein gleichmäßiges Verhältnis aus dem Wunsch, für sich selbst Sorge zu tragen und den Kontakt zu anderen Menschen, zur Gemeinschaft, zu haben. Worthülsen wie work-life-balance und Motivation bringen uns nicht weiter. In meinem Studium habe ich mich mit der Themenzentrierten Interaktion (TZI) nach Ruth Cohen beschäftigt. Eine Didaktik, die für Personen mit Verhaltensstörungen entwickelt wurde.

Die Themenzentrierte Interaktion geht davon aaus, dass ES (Sache), GLOBE (Umwelt), WIR (Gruppe) und ICH (Individuum) in Interaktion stehen, uns gegenseitig beeinflussen. Das einzige, was ich als Individuum direkt beeinflussen und verändern kann, bin ich selbst. Aus dieser Überlegung heraus formulierte Ruth Cohen Lehrsätze und Regeln. So sei der Mensch „Teil des Universums […] Autonomie (Eigenständigkeit) wächst mit dem Bewußtsein der Interdependenz (Allverbundenheit)“. Jedem Menschen sollte mit Respekt begegnet werden.

Ihre drei Regeln:

  • Sei dein eigener Chairman! (Chairman = Fürsorger, Coach)
  • Störungen haben Vorrang! (Beachte die Hindernisse auf deinem Weg, die eigenen und die der anderen)
  • Verantworte dein Tun und dein Lassen – persönlich und gesellschaftlich!*2

Ruth Cohen bringt somit Achtsamkeit auf den Punkt: Verantwortung übernehmen für sich und sein Handeln – die oben beschriebene Selbstkontrolle.

Wer sich wissenschaftlich mit diesen Themen auseinandersetzt, kommt meiner Meinung nach weiter als mit Tipps aus Frauenzeitschriften. Natürlich sind Anregungen wie „Atme 5 Minuten bewuss ein und aus“ auch nicht schlecht, aber nicht nur das ist Achtsamkeit. Jeder Mensch muss seinen eigenen Weg gehen und herausfinden, wie sein Weg gehen soll.

Mit Hilfe der oben beschriebenen Selbstkontrolle, (z.B. über die Anregungen aus der Themenzentrierten Interaktion) und stabilen emotionalen Bindungen kann die Resilienzfähigkeit steigen. Auch im Alter lässt sich die Fähigkeit zur Resilienz noch lernen oder verbessern.

(Dieser Artikel hat natürlich keinen wissenschaftlichen Anspruch, ich habe ihn mit Hilfe meiner Lernunterlagen aus dem letzten Semester erstellt.)

 

*http://lexikon.stangl.eu/593/resilienz/ (letzter Zugriff 14.06.2016)
*2: Cohn 1994, zit. in: Reiser 2006,57