#DBW2018: Meine persönliche Diabetes-Inspiration

#DBW2018, der letzte Tag. Das Thema lautet

„Meine persönliche Diabetes-Inspiration“

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Wo kann ich Diabetes-Inspiration finden?

Online und offline gibt es für mich ganz viele verschiedene Menschen und Projekte, die mich inspirieren. Hast du in dieser Woche vielleicht ganz neue Inspiration entdeckt? Durch Menschen, Projekte oder ein Lied?

Meine online-Inspiration

Mich inspiriert immer wieder die Diabetescommunity. Gerade bei den Treffen im offline-Leben kommt soviel Input zustande, dass mir oft tagelang der Kopf schwirrt.

Meine offline-Inspiration(en)

Meine Diabetespraxis

Eine Person, die mich nur offline inspiriert, ist meine Diabetesärztin. Deren Praxis ist für mich so passend, dass ich mittlerweile 800km weit dorthin fahre. Ich werde ohne Vorstellen erkannt, freundlich vom gesamten Personal begrüßt. Mit meiner Ärztin bespreche ich jedes Mal meine Werte, berichte von meinen letzten Anpassungen und nehme mit ihr gemeinsam Änderungen vor. Am Anfang steht aber immer (!) die Frage, wie es mir gerade geht. Das erlebe ich als sehr hilfreich, denn mein Diabetes ist auch immer von meinen Lebensumständen abhängig. Jedes Mal danach verlasse ich beschwingt die Praxis – mit der Motivation für neue Artikel, neue Projekte und auch für mein eigenes Diabetesmanagement. Nicht umsonst hat meine Ärztin Preise für herausragendes Engagement erhalten. Ihr merkt: Ich bin begeistert.

 

Mein Jakobsweg

Der Weg ist das Ziel. Schon mehrfach habe ich euch von meinen Pilgerreisen erzählt, mich ruft der Weg seit 2015 regelmäßig. Auch in Deutschland treffe ich (ungeplant) häufig auf einen Teil des Weges. Der Jakobsweg beginnt immer vor der eigenen Haustür.

Wegweiser

Wie kann eine Pilgererfahrung Inspiration für den Diabetes sein?

Diabetes beginnt vor der eigenen Haustür. Ich kann nicht den Weg eines anderen gehen. Ich kann mich inspirieren lassen. Mein eigenes Tempo muss, will und kann ich trotzdem entwickeln. Bei meiner Diabetestherapie ist auch der Weg das Ziel. Das galt sogar schon bei meiner CT 1994. Ausprobieren, evaluieren, anpassen.

Diabetes-Inspiration: In der Ruhe liegt die Kraft

Der Jakobsweg als Fernwanderweg und Pilgerstrecke als auch der Diabetes sind Ausdauerdinge. Mit dauerhafter Anspannung und Stress kann ich das nicht schaffen. Ich muss mir die Ruhe nehmen, um meinen Weg zu gehen.

Messen geht überall.

Diabetes-Inspiration: Buen camino

Buen camino – einen guten Weg dir! Ich kann sowohl Mitpilgern als auch anderen Menschen mit Diabetes einen guten Weg wünschen. Sie unterstützen, ihren Weg zu finden. Mehr aber auch nicht. Gehen müssen wir selbst. Das ist auch gut so. 😊

Mach den ersten Schritt!

Inspiriert dich auch die Natur? Deine Praxis? Die Community? Ich bin gespannt, von dir zu lesen und noch mehr Inspiration zu finden. 😊

Zeit, auf Wiedersehen zu sagen

Es ist der letzte Tag der Diabetesblogwoche, #DBW2018. Ich hoffe, wir lesen uns und sehen uns, um uns gegenseitig zu inspirieren.

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Jakobsweg: Camino del Norte

Irgendeine Kilometeranzahl zwischen 550 und 600km später sitze ich in Deutschland und frage mich, warum ich das schon wieder gemacht habe.

Vor zwei Jahren war ich auf DEM Hauptweg der Jakobswege, dem Camino francés, unterwegs. Bevor ich aufbrach, wusste ich damals noch gar nicht, dass es mehrere Varianten und Möglichkeiten gibt, Richtung Santiago de Compostela zu kommen. Schon auf dem Weg war klar, wir (meine Kindergartenfreundin Jana und ich) laufen nochmal. Dieses Jahr wollte ich eigentlich die 2.500km laufen, habe aus verschiedenen Gründen den Weg unterbrochen.
Wenig später bin ich in Spanien mit Jana wieder gestartet: Unser Traum vom Nordküstenweg (Camino del Norte) wurde gewagt und Spoiler, es hat sich gelohnt. 🙂

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Faktencheck

Der Nordküstenweg verläuft zu großen Teilen am Meer und ist meines Eindrucks nach anstregender und herausfordernder als der Camino francés. Lange Etappen, teilweise kilometerlanger Asphalt mit steinigen Untergrunden im Wechsel immer den Launen der Küste ausgesetzt. Zugegeben, das Wetter hätte nicht besser sein können und ich habe meinen stylischen Poncho nur drei Mal gebraucht. Es gab weniger Bars, um zwischendurch einzukehren, dafür abends schöne Gelegenheiten zum essen und trinken. Für mein leibliches Wohl war also zumindest abends stets gesorgt. Auf der ganzen Strecke habe ich nur drei Mal eine leichte Hypo gehabt. Nächtliche Überzuckerungen mit Unmengen an Wasser, morgendlichen Kopfschmerzen und wenig Schlaf hatte ich dagegen in der ersten Woche leider häufig. Das war wohl zum einen dem ungewohnten Essen als auch zum anderen der Ausbalancierung des reduzierten Basalinsulins geschuldet.

!Wichtig! Ich bin auf dem französischen Weg sehr gut mit dem roten Führer zurecht gekommen. Aus verschiedenen Gründen habe ich im Laufe des Nordküstenwegs mein rotes Buch entsorgt und bin mit dem gelben Führer weitergelaufen. Mit dem roten wäre ich wohl heute noch nicht in Santiago angekommen.

!Empfehlung! Ergänzend zum Buch kannst du dich unter der spanischsprachigen Website https://www.gronze.com/ informieren oder/und dir die App „buen camino“ (gelber Pfeil auf blauem Grund) herunterladen.

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Die Füße laufen lassen, der Rest läuft mit

„Es geht mir gut, es geht mir sehr sehr gut.“ – Eins, Zwo

Auf dem Camino habe ich nur wenige Aufgaben: laufen, essen, trinken, waschen, schlafen und meine Bauchspeicheldrüse imitieren. Alles andere ergibt sich von selbst, das Auge sucht nach Muscheln und Pfeilen, die als Wegweiser dienen. Die Stimmung entscheidet, ob ich mich unterhalte oder allein meinen Gedanken nachhängen mag. Und letztlich entscheidet der Jakobsweg darüber, was ich bekomme.

Die Faszination Jakobsweg kann mitunter einen esoterischen Kick erhalten, der jedem, der noch nicht gepilgert ist, wahrscheinlich immer unbegreiflich bleiben wird (mir vor meinem ersten Camino übrigens auch). Dafür wird jedem noch so kopfgesteuerten Menschen, der schon gepilgert ist, sofort ein verständnisvolles Lächeln ins Gesicht gezaubert. Ich kann es ganz schwer in Worte fassen, was dort passiert. Ein Autor, der das wesentlich besser kann als ich, ist Jean-Christophe Rufin: Nichts gesucht, alles gefunden. Meine Reise auf dem Jakobsweg.

Das einfache ist: Pack deinen Rucksack und geh los. Die Beschwerden kommen sowieso, in meinem Fall war das meine anfängliche Unsicherheit, weil in Frankreich nichts wie geplant geklappt hatte und an den letzten zwei Tagen noch zwei große Blasen erlaufen wurden. Jana dagegen hatte dieses Mal viele Schmerzen und ist nach Santiago vorgefahren und hat ihren Weg anders abgeschlossen. Deshalb waren wir am Ende eine Woche getrennt unterwegs.

Die Mitpilger

Grundsätzlich laufen auf dem Nordküstenweg weniger Menschen als auf dem Camino francés. Dadurch, dass ich auch längere Etappen als andere Pilger laufe, habe ich nicht ganz so viele Menschen getroffen. Da der Weg mir aber wieder das gegeben hat, was ich brauchte, war alles perfekt. Neben zahlreichen netten Bekanntschaften haben wir auch gleich am ersten Tag unseren „caminofriend“ Fabrizio kennengelernt, mit dem wir die etliche Kilometer mehr oder weniger gemeinsam gelaufen sind. Zusammen laufen ist auf solchen Strecken übrigens ein echtes Privileg: Ich gehe beispielsweise in hohem Tempo lange Etappen, mache zwei mittellange Pausen, stoppe nicht gern und unterhalte mich manchmal, aber nicht immer. Außerdem will ich nicht die ganze Zeit zusammen laufen, sondern auch getrennt. Gemessen an diesen Kriterien kann man sich leicht vorstellen, wie schwer es ist, jemanden zu finden, den man abends wieder sieht und je nach vorheriger Etappe auch noch erträgt 😉 Deshalb umso unglaublicher, dass ich zwei solche Menschen gefunden habe.

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Santander, Tag 1
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Santilla del Mar

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Gijon
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Jana im Sonnenaufgang
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Herberge

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Sonnenaufgang, Ribadesella
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Seminario, Mondoneo
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Camino suplementario

Kann es ein Fazit geben?

„Beate, wie war’s?“ Jetzt habe ich drei Möglichkeiten: Wenn die Person schon gepilgert ist, beginnt jetzt ein Gespräch über das Pro&Contra der Wege. Wenn die fragende Person noch nicht gepilgert ist (eine Option, die viel wahrscheinlicher ist), gibt es zwei Antwortmöglichkeiten:

  1. „Gut.“ (Evtl. noch: Gutes Wetter, anstrengend, gutes Essen, liebe Mitpilger)
  2. Eine Flasche Wein und mindestens drei Stunden Zeit. (Zeit zum Schweigen gehört auch mit zur Antwort)

Es lässt sich einfach nicht resümieren und kurz erzählen. Also für dich, liebe Leserin und lieber Leser: Es war gut. 🙂

Plus: Irgendeine Kilometerzahl zwischen 550km und 600km später sitze ich wieder im herbstlichen Deutschland und frage mich, warum ich das schon wieder gemacht habe und vor allem, warum ich schon mindestens einen weiteren Camino geplant habe…

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SANTIAGO 🙂

Es geht weiter – ab morgen wieder Pilgerin!

Ultreia ultreia. Immer weiter, immer weiter. Die Pause ist vorbei!

Liebe Leserin, lieber Leser,

ein kurzer und schneller Gruß, bevor es morgen wieder weiter geht. Mit dem Flugzeug nach Santander und ab dort via Santiago. Soweit die Füße tragen mit meiner Kindergartenfreundin Jana auf dem spanischen Nordküstenweg unterwegs sein, bei Wind und Wetter…

Mittlerweile habe ich mich von meinen Strapazen erholt, war zwei Wochen in Norddeutschland, habe Tagestouren in der Heimat unternommen, geputzt, Bewerbungen geschrieben und meine Basalrateneinstellungen verfeinert. Außerdem habe ich zwei Diabetestreffen in Frankfurt am Main und in Mainz besucht und dort liebe Diabetesmenschen kennengelernt*.

Rückschläge beziehungsweise ein Ändern der Pläne passieren jedem Menschen. Ich bin mit meiner Entscheidung, den Jakobsweg zu unterbrechen, sehr zufrieden. Vielen Dank an alle, mit denen ich darüber gesprochen habe und die mit mir die Zeit dazwischen mit schönen Gedanken und Begegnungen gefüllt haben! <3 Wer sich gerade mit Scheitern oder Planänderungen herumschlägt, kann ich den Podcast #79 von bevegt dazu empfehlen, vom Erfolg und Scheitern.

Kurz und gut: Die neue Herausforderung „Pilgern auf dem Nordküstenweg“ kann nun kommen!

Ich hoffe, dieses Mal klappt alles anders besser. Bisher bin ich sehr zuversichtlich.

Habt eine gute Zeit, passt auf euch auf und vergesst den Herbstputz nicht 😉 Viele Grüße, Beate

*Falls du aus dieser Gegend kommst, die Treffen werden von Insulinjunkie Matthias organisiert und auf seiner Facebook-Seite bekannt gegeben.

Jakobsweg II: Bald packe ich meinen Rucksack

Planung von 2.500km Jakobsweg und der Diabetes kommt mit.

Hallo liebe Leserin, hallo lieber Leser,

der ein oder andere mag es vielleicht schon mitbekommen haben, dem Rest verrate ich es heute: Ich gehe bald wieder pilgern. 2015 war ich bereits 600 km auf dem Camino frances gepilgert, habe vorher die Reise geplant , mich mit „ultraleichtem“ rucksackgegeigneten Diabetesequipment ausgestattet und mich danach über meine Erfahrungen gefreut. Schon damals habe ich geschrieben „Pilgern? Sicher nochmals!“

Zur Zeit schreibe ich meine Masterarbeit und werde mein Studium hoffentlich im Juli abschließen. Als zukünftige Lehrerin muss ich noch in die Praxisphase der Ausbildung und davor habe ich ein paar freie Monate. Womit könnte ich einige davon also besser füllen als erneut pilgern zu gehen?

Wegweiser

Ich werde circa 2.500km laufen

Geplant habe ich, in meinem Studienort zu starten – d.h. direkt vor der Haustür. Von dort geht es innerhalb ein oder zwei Tagen schon nach Frankreich, durch Frankreich hindurch und über die Pyrenäen nach Spanien. Dort werde ich spontan entscheiden, welchen Weg ich genau nehme (Camino frances oder den Küstenweg) und nach Santiago laufen. Dafür habe ich in etwa 3 Monate eingeplant und freue mich jetzt schon wie ein kleines Kind 🙂 In den letzten Tagen habe ich schon ein paar Kleinigkeiten besorgt und mir neue Schuhe gekauft. Dieses Mal wird vieles anders: Ich laufe nicht mehr mit Wanderschuhen, sondern mit Trailschuhen. Und: Dieses Mal laufe ich mit meinem Dexcom-Sensor.

Die meiste Zeit werde ich alleine laufen, eventuell wird meine Kindergartenfreundin und Mitpilgerin Jana mich wieder ein paar hundert Kilometer begleiten.

Ich trage wieder einen 35+10Liter Rucksack mit mir herum und dem aufmerksamen Mathematiker wird auffallen: Häh, da passt doch niemals das ganze Diabetes-Zeug für 3 Monate rein. Das ist absolut richtig. Deshalb werde ich 2 bis 3 Pakete vorpacken und meine Eltern bitten, mir diese zu Poststationen zu schicken. Meine Dia-Ärztin ist schon informiert, auch bekomme ich dort den Quartalsbedarf aufgeschrieben. D.h. zwischendurch dürfte es nicht zu Lieferschwierigkeiten kommen.

Warum wieder der Jakobsweg?

Der Jakobsweg ist zunächst einmal ein vielerprobter Fernwanderweg mit einer recht guten Infrastruktur (Herbergen, Nahrung, Apotheken). Ich bin in der Natur und werde auch stundenlang keinen Menschen sehen, trotzdem bin ich nicht komplett abgeschieden von der Zivilisation. Vorteilhaft, falls ich zwischendurch wirklich die Tour abbrechen wollen würde – solch eine lange Tour habe ich noch nie gemacht und muss schauen, wie meine Motivation und mein Körper das mitmachen. Hinzu kommen unzählige Variationsmöglichkeiten der Wegenetze. Dass ich christlich-gläubig bin, ist kein Grund für oder gegen den Jakobsweg: Es kommt darauf an, was Du aus dem Weg machst. Ich werde bestimmt den ein oder anderen Gottesdienst auf dem Weg besuchen, grundsätzlich ist mir das aber egal, beten kann ich schließlich überall.

Wandern in der Pfalz

Nützliches

Ich habe bereits beim letzten Mal sehr von Tipps anderer Wanderer, Pilgerer und Webseiten profitiert, ein paar hänge ich euch an. Bestimmt werde ich hier oder in den Kanälen der sozialen Medien noch das ein oder andere zu meiner Reise teilen. Über Erfahrungen, speziell mit Typ-1-Diabetes, bin ich übrigens dankbar.

Bei Fragen, Motivation für die Endphase des Studiums, den Weg, Kritik oder ähnliches: Lass es mich in den Kommentaren wissen. Los geht’s hoffentlich im Juli. 🙂

Ich wünsche dir einen schönen Tag! Beate

„Einfach“ laufen und die Sache mit der Motivation

„Was dich als Läufer definiert ist nicht, wie schnell du bist oder wie viele Meilen du laufen kannst. Was dich als Läufer definiert ist, dass du deine Schuhe schnürst, aus der Tür gehst und läufst.“ (unbekannt)

Demnach bin ich, sind wir alle, LäuferInnen. Solange wir es nur versuchen. Meine Beziehung zum laufen, im Sinne von: joggen, eine Hassliebe. Juchuu: draußen, frische Luft, Natur, wenig Equipment, tolle Schuhe. Doof: den Blutzucker vorher, währenddessen und danach gut einzustellen (fällt mir bei laufen & schwimmen schwer), Motivation zum weiter-joggen.

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Ich kann stundenlang sehr schnell gehen, walken, wandern. Beim joggen fehlt mir nach wie vor wahrscheinlich am meisten die Motivation. Aber es wäre doch schön, wenn… Deshalb war ich heute nach vier Wochen Lauf-Pause wieder unterwegs. Es hat für meine Verhältnisse sehr gut geklappt. 90% Kopfsache 😉 Freudentanz gefällig?

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Es war sonnig, aber kalt. Die Ausrede „Draußen ist so kalt“ darf mich aber nicht stoppen. Mein Messgerät verpacke ich wintergemäß schön mollig warm. Und kleidungsmäßig? Kann das so aussehen:

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Ich hab mir jetzt vorgenommen, wieder öfter den Versuch zu wagen, zu joggen. Gerade im Winter, raus ins Kalte und tschüss. Heute hatte ich natürlich optimale Sonnenscheinbedinungen. Vielleicht hilft der Grundgedanke ja doch, „einfach“ weiter laufen, auch wenn’s zeitweise nicht einfach ist?! Kannst du dich gut zum laufen motivieren? Ob gehen, walken, joggen, laufen oder rennen: ich freu mich über Motivation, sodass ich irgendwann doch noch zur Super-Gazellen-Läuferin werden kann 😉 „Einfach“ laufen? Grundsätzlich, so das Eingangszitat, ist jedeR von uns einE LäuferIn, solange man die Beine bewegt. Fern von Idealvorstellungen, Zeitdruck, Hektik, Luftproblemen. Mit ein wenig Übung klappt’s bestimmt. Hoff ich 😉 Denn der nächste Diabeteslauf kommt bestimmt!

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Bis dann, Beate

 

 

Aufreger der Woche: Mein Scheißtag

Der Wurm ist drin. So richtig. Heute ist einer der wenigen Tage im Jahr, die im Laufe immer schlechter geworden sind. Erst total gerädert und mit Kieferverspannungen aufgewacht. Toll, im Laufe der Nacht wohl geknirscht. Nase leicht zu, Stimme rau, müde, müde, müde. Dann wohl heute kein Sport, das Probetraining im Fitnessstudio cancle ich. Komme nicht in die Gänge, lese in der ZEIT über die AfD und anderen Mist. Zeit vergessen, Hektik, Stress, 1000 Kleinigkeiten erledigen dauert länger als gedacht.

Irgendwann zur Sprechstunde in der Uni, Begründung anhören für die Note des Gutachtens. Die Note war schlechter als erwartet, die Begründung dafür unterirdisch. Trotz Bemühungen des Dozenten, mir das ganze verständlich zu machen – ich verstehe es immer noch nicht. (Wir wissen alles, was die Formel „Er [hier: der Dozent] war stets bemüht“ bedeutet!) Nach dem Gespräch gehe ich das Gutachten nochmal durch, finde teilweise vom Dozent benannte Punkte, zum größtenteil nicht. Rege mich sehr sehr auf. Chatte mit zwei Freundinnen, die mich unterstützen. Wir überlegen, wie ich weiter vorgehen kann und z.B. das nächste Gutachten besser machen könnte. Eine Tafel Schokolade später: Wenigstens der Blutzucker reagiert verhältnismäßig gut, konstant bei 140 – 160mg/dl. Für mich sehr gut bei emotionalem Stress. Dafür gesellen sich jetzt Vorzeichen einer Migräne dazu, die schlechte Laune geht wohl heute auch nicht mehr weg. Telefonat mit meiner Schwester, viel mimimimi und Meckerei von mir, was auch sonst. Ich nehme eine Tablette gegen die Migräne.

 

Die Kopfschmerzen sind da, mir wird schlecht und flau im Magen. Ich muss raus. Nieselregen, kein Mensch lächelt. In die Stadt, Kalender kaufen, Bücherei. Treffe dort eine Bekannte mit ihren zwei Kindern, die mir begeistert von ihren Büchern erzählen. Die schlechte Laune bessert sich kurzzeitig, wandelt sich später in Traurigkeit und Enttäuschung. Über mich, das Gutachten, das Wetter, es findet sich überall was. Ich muss los, bekomme Salat geschenkt und eine Umarmung von einer guten Freundin. Die Kopfschmerzen werden langsam weniger.

CUT

Mimimi. Ich sitze zuhause, an diesem Artikel, der vor emotionaler Kacke nur so strotzt. Muss auch mal sein, so ein Scheißtag. Eigentlich auch viel Gutes: Telefonate und Feedback von Menschen, die mir gut tun. Reflexion über meine Arbeit, mein Studium und meinem Verständnis von Leistung. Die Note war auch gar nicht so schlecht. Zu erwarten: Ein Abend mit Poetry Slam über YouTube, Harry Potter Band 1, Tee, Rest-Bauchschmerzen, Selbstmitleid und Ruhe.

Morgen ist ein neuer Tag.

REISEN ALS TYP F’LER – Oder: „Wir haben viel zu viel Gepäck“ [GASTBEITRAG]

Heute kommt meine Schwester zu Wort, die über ihre Erfahrungen als Typ F’lerin unseres Urlaubs berichtet.

Kurzbeschreibung: Meine jüngere Schwester liebt Kaffee, hat Angst zu verhungern und packte deshalb trotz der Angst, zu wenig Unterhosen mitnehmen zu können, 1 kg Nudeln mit zwei Gläsern Pesto ein.

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Seit neustem weiß ich, dass man mich als Schwester einer Typ 1 Diabetikerin Typ Fler nennt. Was erst einmal neutral klingt, kann im Outdoorurlaub schnell zu einer Herausforderung werden.

Packen und Planen als Typ F’ler

Eigentlich rechnete ich bei der Urlaubsplanung nicht mit Besonderheiten, die Erkrankung meiner Schwester vergesse ich im Alltag sehr oft. Bis wir anfingen, für Schweden zu packen. Fast schon hysterisch bekam ich Dinge zu hören wie: „Die Jacke brauchst du nicht, du hast doch schon die andere.“ „Nimm nicht so viele Unterhosen mit, du musst doch noch etwas von meinen Diabetessachen einpacken.“

Mit überschaubar gefüllten Rucksäcken – in die, welch Wunder, sogar noch unsere Schlafsäcke passten– standen wir am Busparkplatz und warteten auf die anderen Mitfahrer. Die einzige Sorge meiner Schwester: „ Alle denken jetzt, ich könnte nicht packen, dabei habe ich fast nur Diabetessachen dabei!“

Schlussendlich endete es, wie es kommen musste: Wir hatten am wenigsten Gepäck von allen. Inklusive aller Dinge, die ein Diabetiker zusätzlich braucht.

Was kann man daraus als Typ Fler lernen?

Erstens: Nimm nie zu viele Unterhosen mit, wenn du mit einem Diabetiker in Outdoorurlaub fährst.

Zweitens: Achte immer darauf, dass der Diabetiker keinen Unterzucker bekommt, so hast du mehr Süßigkeiten zum Naschen für dich!

Blutzucker messen auf dem Steg

Drittens: Falls du planst, beim Kanu fahren zu kentern, bist du über jedes Gepäckstück, dass dir dein mitreisender Diabetiker verboten hat, froh!

Aber vor allem: Wenn du gerne einen lustigen, erlebnisreichen, ab und an panischen Urlaub verbringen möchtest, verreise unbedingt mit beate_putzt!

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Falafel (aus dem Ofen, nicht frittiert) mit Gemüse in 35 Minuten

Falafel mit Gemüse und Joghurt-Dip in 35 Minuten. Geht nicht? Geht doch!

Man nehme

1. 1x eine Fertig-Mischung von dm für Falafel. Schmeckt gut und enthält „richtige“ (cleane) Zutaten, obwohl es eine Fertig-Mischung ist! Nach Packungsanleitung 15 Minuten quellen lassen. Je nach Ofenart den Ofen in dieser Zeit auf ca 200° vorheizen. Es ist wichtig, dass die Falafel in einen vorgeheizten Ofen kommen, da sie sonst zu trocken werden!

In der Zwischenzeit: Gemüse nach belieben auswählen und in die gewünschte Größe schneiden. In meinem Fall: Paprika, Mais, Zucchini, Zwiebel.

2. Danach: Falafelteig zu Kugeln rollen. Tipp: mit einem kleinen Löffel portionieren und dann erst rollen. In den Falafelteig können noch Koriander, Zwiebeln oder Sesam zugegeben werden, mache ich fast nie.

3. Die Falafelkugeln auf ein Backblech setzen und in den vorgeheizten Ofen bei 200° C Umluft backen lassen, bis sie eine leichte Bräunung haben. Zwischendurch Falafel wenden. Die Falafel ist perfekt, wenn sie leicht gebräunt sind, außen kross-knusprig und innen noch saftig sind.

Währenddessen das Gemüse in einer Pfanne mit wenig Öl andünsten.

Dazu passt: ein Dip aus griechischem Joghurt, Knoblauch und Kräutern. Das gesamte Gericht kann mit Sesam dekoriert werden.

Leider kann ich keine BE-Angaben machen, da die Falafel immer unterschiedlich groß ausfallen. Die KH-Angaben sind auf der Packung angegeben.

Beim Klicken auf die Bilder sollten diese größer abgebildet werden.

 

Insgesamt ist so in 35 Minuten ein leckeres Gericht entstanden. Sollten Falafel übrig bleiben, kann man diese am nächsten Tag noch essen. Nur nicht warm verpacken, sonst sind sie nicht mehr kross.

Lasst’s euch schmecken und viel Spaß beim Nachkochen!

beate_putzt einen Sommer in Schweden – Diashow

Erholt und entspannt bin ich aus meinem Kanuurlaub in Schweden wieder zurück. Wer mag, kann sich ein paar Bilder anschauen. Davon, dass wir fast nur schlechtes Wetter hatten, ist auf den Bildern nichts zu sehen. Insgesamt waren wir sieben Tage unterwegs. Auch mit Diabetes ist Reisen mit wenig Gepäck und Sport möglich, wenn ihr gut geplant habt 🙂 Komplett weg von Internet, Telefon, Verkehr, Lärm und Alltag, mitten in Sonnenstrahlen, Regenstürmen, Schlamm, kaltes und nicht so kaltes Seewasser und Outdooor-Kleidung.

“May your trails be crooked, winding, lonesome, dangerous, leading to the most amazing view. May your mountains rise into and above the clouds.” – Edward Abbey

 

Resilienz, Achtsamkeit und Motivation – kritische Auseinandersetzung und praktische Tipps

Heutzutage ist die mediale Aufmerksamkeit oft auf Themen wie Achtsamkeit, Motivation, work-life-balance und Resilienz gerichtet. Doch wovon ist hier überhaupt die Rede?

Resilienz ist „die Fähigkeit zu Belastbarkeit und innerer Stärke“*, also der Blick auf die Widerstandskraft und Ressourcen von Menschen, mit unvorhergesehenen (schlimmen) Ereignissen im Leben umzugehen. Besonders resiliente Menschen werden umgangssprachlich als Stehaufmännchen bezeichnet. Mit Resilienz sind keine Charaktereigenschaften gemeint, sondern die Fähigkeit, mit Herausforderungen sinnvoll umzugehen. So versucht ein besonders resilienter Mensch, sein Ziel solange zu erreichen, wie es sinnvoll ist. Stellt es sich als nicht mehr sinnvoll heraus, formuliert er die Zielsetzung um und versucht Wege für die Erreichung des neuen Ziels zu finden.

Menschen mit einer hohen Resilienz sind nicht einfach nur motivierter als andere Menschen, genauso wenig wie Menschen mit einer (noch) nicht so hohen Resilienz nicht motiviert wären. Wo ist der Unterschied? Resiliente Menschen verfügen über einige Schutzfaktoren wie ein sicheres Bindungsverhalten, eine durchschnittliche Intelligenz, eine positive Ausstrahlung auf das soziale Umfeld sowie Unterstützung durch die Gesellschaft. Des weiteren verfügen sie über ein funktionierendes Konzept der Handlungs- und Selbstkontrolle.

Die Handlungskontrolle besteht im Wesentlichen darin, durch Reflexion und Einbeziehen der Umwelt eine Handlung durchzuführen.

Die Selbstkontrolle besteht aus vier Aspekten: der normativ-empathische Aspekt (z.B. die Bereitschaft zur Übernahme sozialer Verantwortung & Verpflichtungen), Aspekt der emotionalen Kontrolle (z.B. Ausgeglichenheit gegenüber äußeren belastenden Bedingungen und Widerständen), Aspekt der Bewusstheit (z.B. Nachdenken über eigene Handlungen) und der Aspekt der Selbstwirksamkeit und Selbstautonomie (z.B. die aktive Einflussnahme auf die Gestaltung der Welt).

Doch wie können wir Selbstkontrolle ausüben, wie können wir unser Leben achtsam gestalten und auf uns achten? Immer in dem Bewusstsein, dass wir als Einzelperson einen Einfluss auf die Welt nehmen können?

Das Verhältnis aus Psychohygiene und Soziohygiene sollte ausgeglichen sein. Also ein gleichmäßiges Verhältnis aus dem Wunsch, für sich selbst Sorge zu tragen und den Kontakt zu anderen Menschen, zur Gemeinschaft, zu haben. Worthülsen wie work-life-balance und Motivation bringen uns nicht weiter. In meinem Studium habe ich mich mit der Themenzentrierten Interaktion (TZI) nach Ruth Cohen beschäftigt. Eine Didaktik, die für Personen mit Verhaltensstörungen entwickelt wurde.

Die Themenzentrierte Interaktion geht davon aaus, dass ES (Sache), GLOBE (Umwelt), WIR (Gruppe) und ICH (Individuum) in Interaktion stehen, uns gegenseitig beeinflussen. Das einzige, was ich als Individuum direkt beeinflussen und verändern kann, bin ich selbst. Aus dieser Überlegung heraus formulierte Ruth Cohen Lehrsätze und Regeln. So sei der Mensch „Teil des Universums […] Autonomie (Eigenständigkeit) wächst mit dem Bewußtsein der Interdependenz (Allverbundenheit)“. Jedem Menschen sollte mit Respekt begegnet werden.

Ihre drei Regeln:

  • Sei dein eigener Chairman! (Chairman = Fürsorger, Coach)
  • Störungen haben Vorrang! (Beachte die Hindernisse auf deinem Weg, die eigenen und die der anderen)
  • Verantworte dein Tun und dein Lassen – persönlich und gesellschaftlich!*2

Ruth Cohen bringt somit Achtsamkeit auf den Punkt: Verantwortung übernehmen für sich und sein Handeln – die oben beschriebene Selbstkontrolle.

Wer sich wissenschaftlich mit diesen Themen auseinandersetzt, kommt meiner Meinung nach weiter als mit Tipps aus Frauenzeitschriften. Natürlich sind Anregungen wie „Atme 5 Minuten bewuss ein und aus“ auch nicht schlecht, aber nicht nur das ist Achtsamkeit. Jeder Mensch muss seinen eigenen Weg gehen und herausfinden, wie sein Weg gehen soll.

Mit Hilfe der oben beschriebenen Selbstkontrolle, (z.B. über die Anregungen aus der Themenzentrierten Interaktion) und stabilen emotionalen Bindungen kann die Resilienzfähigkeit steigen. Auch im Alter lässt sich die Fähigkeit zur Resilienz noch lernen oder verbessern.

(Dieser Artikel hat natürlich keinen wissenschaftlichen Anspruch, ich habe ihn mit Hilfe meiner Lernunterlagen aus dem letzten Semester erstellt.)

 

*http://lexikon.stangl.eu/593/resilienz/ (letzter Zugriff 14.06.2016)
*2: Cohn 1994, zit. in: Reiser 2006,57