#DBW2018: Smarte Insulinpens – The next big thing?

Der dritte Tag der #DBW2018.
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#DBW2018: Die ersten Eindrücke

Ich habe schon viele spannende Beiträge gelesen. Es macht richtig Spaß, mal so vielen unterschiedlichen Input zu so vielen Themen zu bekommen. Gerade heute werde ich viele andere Beiträge lesen.

#DBW2018: Smarte Insulinpens?

Die Sache ist die: Schon früher hatte ich nur kurze Zeit einen Pen, bin dann wieder zurück auf Spritzen. Damit kam ich (oder meine Eltern?) besser klar. Die kleinste Menge im Pen war damals nämlich 0,5 I.E., was für mich nicht passte. Seit ich 12 bin, trage ich eine Insulinpumpe. Bei der Penentwicklung bin ich raus. Vor kurzem durfte ich mir als Autorin der Blood Sugar Lounge eine Penproduktion ansehen. Spannend war es, definitiv. Mehr weiß ich dazu aber auch wirklich nicht. Ich kann mir vorstellen, dass ich auf einen smarten Insulinpen umsteigen würde, wäre ich noch mit Pens unterwegs.

#DBW2018: Was tut sich überhaupt auf dem Markt?

In meinem Fall ist die Insulinpumpentherapie die einzig richtige Wahl und deshalb bin ich umso mehr gespannt, wie andere die Entwicklung verfolgen. Ich habe jetzt neu gelernt, dass die Insulinmenge z.B. automatisch an eine App abgegeben werden könnte. Vielleicht hast du sogar etwas zu berichten oder Ideen, was ein smarter Insulinpen können muss? Meiner Meinung ist relativ klar: Smarte Insulinpens werden nicht „the next big thing“.

Was mal das „next big thing“ werden sollte: Wirklich gute und ausführliche Schulungen. Bildung, Leute, Bildung! Sonst nützt weder der Sensor, die Pumpe noch der Smart Pen etwas. 😉

#DBW2018: Wie sieht dein Alltag mit Diabetes in 10 Jahren aus?

Tag2 der #DBW2018.

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#DBW2018 Wie sieht dein Alltag mit Diabetes in 10 Jahren aus?

Rückblick: Was ist in den letzten 20 Jahren passiert?

Dieses Jahr werde ich im August mein 24. Diabetesjubliäum haben. 1994 wurde ich damals noch mit der konventionellen Insulintherapie (CT) eingestellt. Es gab feste Mahlzeitengrößen zu festgelegten Zeiten. In den letzten Jahren bin ich dann über die intensivierte konventionelle Insulintherapie (ICT) zur Pumpentherapie, zur sensorgestützten Pumpentherapie und seit April dieses Jahres nun mit einem Smartphonegesteuerten closed loop system unterwegs.

Ich lebe mit dem Diabetes!

Viele verschiedene Therapieansätze in den letzten Jahren. Mit meinem Aufwachsen und meinem Wunsch nach Flexibilität wuchs auch der Anspruch an die Therapie. Ich will mit Diabetes leben, nicht gegen den Diabetes.

#DBW2018: In 10 Jahren…

In 10 Jahren wird sich vermutlich für mich nicht viel verändert haben. Natürlich ist in den letzten 24 Jahren die Therapie in einem enormen Wandel gewesen, alleine schon, da sich die technischen Möglichkeiten verändert haben.
In 10 Jahren bin ich 37 Jahre alt, trage vermutlich immer noch eine Schlauchpumpe und ein CGM-System. Ich werde hoffentlich mit dem Loopen gewachsen sein und die meiste Zeit im Zielbereich („time in range“) sein können.

#DBW2018: Was ich mir in 10 Jahren wünsche?

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Gute Akkus, um möglichst lange ohne Stromquellen im Loop unterwegs sein zu können. Dezente, schmale Smartwatches, die ohne Handy als Zwischenquelle den Loop steuern können. Übersichtlich gestaltete Apps, in die ich viele Informationen eintragen kann und die mir super praktische Anpassungen auswerten. Am schönsten wäre es natürlich, wenn der Loop sich auch schon so weit entwickelt hat, dass ich ihm noch mehr überlassen könnte.

#DBW2018: Was wünschst du dir?

Was sind deine Wünsche und Träume für die Zukunft mit Diabetes? Was glaubst du, hat sich in 10 Jahren entwickelt?

 

#DBW2018: Abgabe-Tag

#DBW2018

#DBW2018 ?Oder die lange Form: Diabetesblogwoche2018! 🙂

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Hallo in die Runde,

#DBW2018 bedeutet: Jede*r darf mitmachen. Durch das Klicken auf das Logo (unten im Beitrag) kannst du ab heute die nächsten sieben Tage viele weitere Beiträge zur #DBW2018 finden.

#DBW2018: Tag1

Es ist wieder Diabetesblogwoche und das Motto des ersten Tages ist:

Wem würdest du einen Tag deinen Diabetes geben und warum?

Wem abgeben?

Mir fallen verschiedene Personen ein: Allwissenden Mitmenschen mit Diabetes, allwissende oder beratungsresistente Menschen ohne Diabetes oder auch medizinischem Fachpersonal, das vorgibt, jeden Diabetes „einfach mal so nebenbei“ in den Griff zu bekommen.

Die Entscheidung ist gar nicht so einfach…

3,2,1…ich entscheide mich für die allwissenden Menschen mit Diabetes.

Warum?

In diversen Facebookgruppen bekommt man auf Nachfragen zu welchem Thema auch immer, dass 4 I.E. spritzen immer die richtige Antwort ist. Nun ja, ich habe auf das Ausprobieren verzichtet, aber diese Menschen dürfen das gerne einen Tag lang für mich testen. Gerne auch durch nochmaliges Nachfragen, wie viel sie für das Brötchen spritzen sollen.

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Aus verschiedenen Gründen halte ich so etwas für sehr, sehr, sehr gefährlich. Die Menschen, die so etwas nachfragen, werden ihre Gründe haben (keine Schulung, nicht verstandene Schulung, frisch diagnostiziert).

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Menschen, die daraufhin wieder eine Antwort wie „4 I.E. spritzen“ geben, haben sich zumindest schon irgendwas überlegt. Oder spielen sie Insulinbingo?

Wie auch immer, viel Spaß beim testen. Freiwillige vor, ich warte 😉

Mein erster Triathlon (Sprintdistanz)

Vor sechs Jahren

…stand ich mit meinem damaligen Kollegen Fabian an der Bushaltestelle und er sagte „Du könntest doch auch mal einen Triathlon machen.“, was ich völlig abwegig fand.

Janaur 2018

Ich melde mich für den Triathlon (Sprintdistanz) in Hamburg 2018 an.

1.Juli 2018

Nur noch wenige Tage bis zum Triathlon. Hinter mir liegen Monate des zu-viel-sitzens, zu-wenig-trainierens und das erste Semester des Vorbereitungsdienstes. Trotzdem: Ich freue mich auf Hamburg, beschließe, einfach Spaß zu haben. Eine Woche vor dem Triathlon mache ich einen „Probetriathlon“ mt laufenden Loop und brauche dafür 3 KE. Zwischendurch kaufe ich mir noch Laufschuhe im besten Laufladen der Welt und bekomme nochmal viel Motivation: „Die Zeit ist egal, hauptsach‘, du hast Spaß! Und bist draußen!“ Mit diesem Spruch im Kopf warte ich auf den Tag der Tage.

14. Juli 2018: Triathlon

Der Tag der Tage. Ich durfte bei Antje (vom Nachbarblog Süß, happy und fit) und ihrem Mann Christoph übernachten. Gestern haben wir zusammen die Taschen gepackt. Mit der Bahn rein nach Hamburg, Fahrrad einchecken, Pumpe und Handy dazu.

Ab sofort bin ich „nackt“ – keine Pumpe, kein Smartphone, keine Smartwatch und kein CGM. Antje und ich treffen uns mit den IDAAlern Arndt, Bianca (die mir ihren Triathloneinteilier geliehen hat) und Tobi. Vor dem Wettkampf habe ich einen blutig gemessenen Wert von 200mg/dl. Antje startet erst 10 Minuten nach mir, ich dagegen begebe mich aufgeregt in die Startzone und drücke meinem Supporterteam Blutzuckermessgerät und Flip-Flop in die Hand.

Keine Macht der Hypo!

Triathlondisziplin: Schwimmen

Nach diesem Motto bin ich unterwegs. 200mg/dl Startwert, im Einteiler ein Gel eingesteckt beginnt das WarmUp. Danach dürfen wir zur Alster, ich greife mir noch schnell zwei kleine Stücke Banane. Ich steige ins Wasser, das eine perfekte Temperatur von 20,irgendwas °C hat. Der Startschuss ertönt, ich schwimme los. Im Training habe ich mich für das Brustschwimmen entschieden, da mir im Freiwasser (noch) beim Kraulen schwindlig wird. Ich komme zügig voran, und habe wirklich Spaß. Schade, da sind die 500m auch schon vorbei.

Schnell raus aus dem Wasser, ich laufe in die Wechselzone. Auf dem Weg höre ich schon die IDAAler rufen und anfeuern. Es ist relativ kühl, ich ziehe ein Langarmshirt an und werfe einen Blick auf mein CGM: Mein Wert ist bei 267mg/dl mit abfallenden Trendpfeil. Dafür, dass ich seit über 120min ohne Insulinzufuhr und vor allem auch ohne aktives Insulin unterwegs bin, erscheint mir das zu wenig. Bevor ich auf das Rad steige, esse ich einen halben Riegel mit 24g KH. Die Pumpe hatte ich vorher so eingestellt, dass sie erst ab ca. der Hälfte der Radstrecke wieder Insulin abgibt (Spoiler: Ich hab es durch den Probetriathlon und den 3 KE dort wirklich viel zu gut gemeint).

Triathlondisziplin: Radfahren

Mit meinem Rad und geschlossenem Helm laufe ich durch die Wechselzone. Ab wann darf ich eigentlich aufsteigen? „Hier, erst hinter der Linie aufsteigen!“ hilft mir eine Helferin. Zack, aufs Rad und die ersten zehn Minuten laufen super. Ich trete flott in die Pedale, achte auf meine Mitfahrer*innen. Immer schön rechts fahren. Doch dann merke ich, dass meine Beine brennen. Nach zehn Minuten schon?! Ich blicke auf die Uhr und sehe, dass mein Blutzucker steil ansteigt. Noch möchte ich kein Insulin abgeben. Ich merke aber trotzdem, dass meine Beine ziehen, brennen, zwicken und ich wirklich wenig Energie habe. Meine Pumpe schaltet sich wieder ein, mein Wert ist leider bei 400 mg/dl angekommen. Ich fahre etwas langsamer, genieße die Umgebung und quäle mich so durch. Das Radfahren, auf das ich mich so sehr gefreut hatte, war tatsächlich die „schlimmste“ Disziplin – doch auch hier hatte ich Spaß. Nach 18km gebe ich einen kleinen Bolus von 0,5 I.E. ab. Noch weitere 4km und ich rolle in den Übergang Radrunde/Wechselzone. Im Training würde ich aufgrund des hohen Werts kurz auf Toilette gehen (der hohe Wert lässt grüßen), so habe ich keine Chance. Da muss ich jetzt durch. Mit diesen Gedanken springe ich vom Rad und laufe in die Wechselzone.

Triathlondisziplin: Laufen

„Du musst schon auf Toilette, aber du musst jetzt auch was trinken!“ Diabetes-Dilemma. Einen kleinen Schluck Wasser gönne ich mir, schmeiße das Langarmoberteil weg und laufe los. Die IDAAler feuern mich wieder an. Die Laufstrecke gefällt mir ganz gut, es gibt viel zu sehen. Unterwegs gebe ich noch 1 I.E. ab, mein Wert pendelt sich wenigstens bei 370mg/dl ein. Da dieses Wochenende gleichzeitig Schlagermove ist, komme ich auch an solchen Helden vorbei. Manche Schlagertexte haben eine abschreckende Wirkung, sodass ich schneller laufe, um ihnen zu entkommen. Andere haben sogar eine beflügende Wirkung, sodass ich mit dem Rhythmus der Musik schneller laufen kann. Insgesamt bin ich beim Laufen aber wie immer SEHR gemütlich unterwegs. Lieber langsam als gar nicht, und Spaß habe ich auch.

Wo hört eigentlich diese Strecke auf? Irgendwann wollte ich doch in den Schlusssprint starten?! Ich sehe die Ziellinie und gebe (für meine Verhältnisse) Gas, im Ohr höre ich schon wieder die IDAAler „BEATE, BEAAAATEEEE“ rufen und gebe mir nochmal mehr Mühe. 🙂

Ziel!

Da erreiche ich die ZIELLINIE.

Antje kommt kurz nach mir ins Ziel. Wir werden von den anderen IDAAlern empfangen. Ein toller Moment! Warum es übrigens so toll ist, von den IDAAlern supportet zu werden? In den letzten Wochen konnte ich viele Diabetes-Trainings-/Diabetes-Wechselzonen-Tipps bekommen und im Ziel mit fachkundigen Menschen meinen katastrohpalen Blutzuckerverlauf direkt auswerten.

Den Tag lassen wir bei einem netten Essen und beim Zuschauen der Elite-Staffel ausklingen. Siggi, Neudiabetiker und der ebenfalls wie ich zum ersten Mal gestartet ist, tauschen uns über unsere Erfahrungen aus. Meine Namensvetterin Angelique Kerber gewinnt noch das Wimbledonfinale. Am nächsten Tag feuern Antje und ich wiederum Tobi und Bianca an, die in der olympischen Disziplin gestartet sind. Wir alle haben Bestzeiten gemacht (was für Siggi und mich auch denkbar einfach war ;)).

Für mich steht fest: Triathlon auf jeden Fall wieder. Fabian habe ich gleich eine Nachricht geschickt, der freute sich mit mir. 🙂 Jetzt werde ich mich nach einem Rennrad umsehen und testen, ob das was für mich ist oder ich bei meiner Kreuzung aus Mountainbike und Rennrad bleibe. Es war ein tolles Erlebnis, das ich jedem nur empfehlen kann. Letztlich auch gar nicht so anstrengend – was vielleicht aber auch daran lag, dass ich aufgrund der erstmaligen Teilnahme und den hohen Werten nicht 100% Leistung gegeben hat. Da könnte ich also noch dran arbeiten 😉

Einen Bericht aus Antjes Sicht findest du hier.

SWIMBIKERUN und wie immer, putzen nicht vergessen. Beate

 

Übrigens: Falls du aus Schleswig-Holstein oder Hamburg kommst, kannst du dich gerne unserer IDAA-Nord-Gruppe anschließen. Kontakt läuft über Antje.

Lehrerin im Vorbereitungsdienst mit Diabetes – Teil 2

Eigentlich müsste ich noch mehr machen. Eigentlich müsste ich noch mehr optimieren. Es ist nie genug. Aber auch die Erkenntnis: Sei nicht so streng mit dir selbst.

Moin!

Die ersten 100 Tage im Schulsystem liegen hinter mir. Damit auch erste Erfolge, Rückschläge, Ernüchterungen und verpasste Stunden Bewegungszeit. Aber es wird besser.

Am Anfang konnte ich meinen Diabetes besser beherrschen, da steckt momentan sehr viel Arbeit drin, leider noch nicht so viele Erfolge. Dafür kann ich mittlerweile schon schneller Unterricht vorbereiten und besser mal abschalten.

Bin ich so leistungsfähig wie andere?

Diese Frage stelle ich mir gerade sehr oft. Ich möchte mindestens genauso leistungsfähig sein wie andere, ich möchte zeigen, was ich als Mensch mit Diabetes alles kann. Leider führt das dazu, dass ich mir selbst nicht eingestehen kann, wie anstrengend das Leben mit Diabetes ist und vor allem gerade aktuell ist. Seit kurzem loope ich und das ist eine komplette Veränderung von allem, was vorher galt. Meine Umstellungen von CT auf ICT, von ICT auf Pumpe haben meine Eltern aufgefangen (logisch, ich war viel zu klein und trage die Pumpe seit ich 12 bin). Mein CGM brachte keine Mehrarbeit mit sich, da es „nur“ das bestätigt hat, was ich vorher schon vermutet habe und zusätzlich noch piepste, wenn mein Zucker in niedrige Bereiche wanderte. Der Loop dagegen ist vermutlich mit der Umstellung auf die Pumpe zu vergleichen und es ist wie immer im Diabetes: Eigentlich müsste ich noch mehr machen. Eigentlich müsste ich noch mehr optimieren. Es ist nie genug.

Das Gefühl habe ich gerade auch im Referendariat. Als Lehrerin wiederum wird mich das ebenso begleiten: Eigentlich könnte ich das noch verbessern, noch differenzieren, individualisieren.

„Es ist anstrengend, aber…“

Ich beneide gerade die Kollegen im Ref mit Kind. Bei Kindern reagiert das soziale Umfeld immer mit „Deine Priorität ist dein Kind und ja, das ist manchmal ganz schön anstrengend.“ Ich habe auch das Gefühl, dass die Kollegen mit Kind auch eher sagen können „Ja, es ist anstrengend“. Mir fällt das bis heute schwer. Ich kann mittlerweile sagen, dass der Diabetes ein 24 Stunden Job ist, doch bei mir im Kopf höre ich immer einen Gegenspieler: Ja, und trotzdem musst du stark sein, du musst dich eben mal zusammenreißen, du musst das jetzt schaffen. Wenn du dich nur mehr kümmern würdest, würde das auch klappen. Andere können das ja auch.

Meine Freunde und TypFler wissen das, wie sehr mich das mitprägt. Das ist auch sehr gut so. Durch meinen Umzug habe ich hier aber meine vertrauten Personen nicht um mich herum. So bleiben diese Gedanken also in meinem Kopf.

Ich stelle gerade schon fest, dass ich bemerke, wie anstrengend es ist, sich gleichzeitig um Diabetes und den sowieso anstrengenden Berufseinstieg zu kümmern. Ich habe heute von meiner Mama gehört:

„Sei nicht so streng zu dir selbst. Du stellst gerade deine komplette Therapie um, ich kann da schon gar nicht mehr mitreden. Dazu Umzug, Ref….was willst du denn noch alles auf einmal machen? Du machst das schon. Du musst das*  in deinem Kopf akzeptieren, die anderen sind schei*egal.“ [*das es anstrengend ist]

Das ist wohl der Punkt: Ich für mich muss da an mir arbeiten, mir zu sagen, dass ich manchmal erschlagen bin UND das in Ordnung ist. Wenn die Nacht blutzuckermäßig nur so semi-gut lief, der Tag im Wertechaos durch zu vieles Sitzen war (Seminartage sind laaaaang) und gleichzeitig der Input von allen Seiten kommt. Die anderen Mit-LIVs sind auch erschlagen. Ich habe nur immer Angst (vor allen in meinem eigenen Kopf!!!), dass ich das Bild eines Menschen mit Diabetes vermittle, das ich so gar nicht sein will. Der Mensch, der immer sagt „ich kann nicht, ich brauche eine Pause, weil ich habe ja Diabetes“.  Einfach mal stehen lassen zu können, dass es gerade anstrengend ist und ich vielleicht auch eine kleine Pause mehr brauche als andere. Ohne das zu relativieren, à la „aber es geht mir ja gut“.

Ich lebe mit Diabetes Typ1.

Mein Diabetes ist mein Kind, das mal sehr brav ist, mal nachts Albträume hat und mal den Supermarkt leer schreit. Das ist anstrengend und es braucht Zeit. Falls du hier schon länger mitliest, weißt du hoffentlich, dass ich kein Problem damit habe, Diabetes zu haben. Ich leide auch nicht an dieser Krankheit. Ich lebe mit Diabetes Typ1. Leben ist eben manchmal anstrengend. Jeder Mensch hat sein Päckchen zu tragen. Ich pilgere äußerst gerne mit meinem Rucksack auf dem Rücken durch die Gegend, da passt das Diabetespäckchen mit meinen anderen Gedanken auch rein 😉 Ich bin nicht schwach, wenn ich mal den Gedanken zulasse, dass ich wirklich einen zweiten Job habe.

Ich muss mir selbst das sagen, was ich anderen Menschen auch sagen würde: Es ist ok, das anstrengend zu finden.

 

Da mich das Thema gerade sehr beschäftigt, würde ich mich wirklich freuen, wenn du mich an deinen Gedanken teilhaben lässt, falls du dich auch gerade damit auseinandersetzt.

Viele Grüße, beate_putzt

 

 


Teil 1 von Lehrerin im Vorbereitungsdienst mit Diabetes findest du hier.

3 Jahre beate_putzt

3 Jahre beate_putzt. Was bisher geschah, was kommen könnte und natürlich Kuchen!

Mein Blog „Beate putzt – Sauber Leben mit Typ1-Diabetes“ wird heute auf den Tag genau drei Jahre alt.

Was bisher geschah

Seitdem ist viel passiert: Ich trage mittlerweile ein CGM, loope seit wenigen Monaten, habe erst meinen Bachelor, dann meinen Master abgeschlossen und damit mein Studentenleben beendet, bin mal wieder umgezogen, mehrere hunderte Kilometer gepilgert und über all dies gebloggt. So sind bis heute 84 Beiträge erschienen. Nebenbei war ich auf Diabetesveranstaltungen, bin Autorin der Blood Sugar Lounge und bin aktiv in unserer Diabetescommunity. Darüber habe ich viel Wissen gewonnen und weitergeben dürfen.

Ausblick

Doch nach drei Jahren ist natürlich noch nicht Schluss. So geht es in den nächsten Monaten weiter. In meiner neuen Kategorie „Lehrerin im Vorberreitungsdienst mit Diabetes“ werde ich versuchen, regelmäßig über meinen Alltag zu berichten. Sportlich verfolge ich das Ziel, dieses Jahr zu meinem ersten Triathlon anzutreten, unterstützt von der IDAA Gruppe und einer Bloggerkollegin: Antje. Diabetesmäßig bin ich gespannt, wohin der Loop mich bringen wird. Zur Zeit ist es oft noch chaotisch, aber gut Ding braucht Weile 😉 Außerdem hoffe ich, weiterhin so einen guten Austausch mit der Diabetescommunity zu haben <3

Für den kurzfristigen Ausblick habe ich ein schnelles Geburtstagskuchenrezept für dich.

Geburtstagskuchen: Süßer Tassen-Zucchinikuchen

Nacheinander alle Zutaten miteinander verrühren und bei 175°C ca. 1 Stunde backen.

3 Eier, 1 Tasse Öl, 2 Tassen Zucker, 2 Tassen Zucchinimus (Zucchinis schälen und mit Pürierstab zu Mus verarbeiten), 2 P. Vanillezucker, knapp 1 TL Salz, 1 TL Natron, 2-3 TL Zimt, 3 Tassen Mehl, 1/2 P. Backpulver, 1 Tasse gemahlene Mandeln

Ich habe auch schon Zucker aus diesem Rezept reduziert (schmeckt trotzdem), oder mit Kako anstatt Schokoladenglasur (schmeckt auch). Solchen Kuchen berechne ich nach Erfahrungswerten mit 20g pro 12g KH. Ohne die Zutaten auszurechnen.

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Ein beate_putzt Tipp: Backformen in der Spülmaschine bei warmen Wasser mit einem Schuss Spüli einweichen lassen, anschließend mit einer Spülbürste reinigen. Fertig.

Viele Grüße, beate_putzt

beate_putzt mit closed loop

Projekt closed loop: Mein Start. Neue Entdeckungen, Systemoptimierungen und viel mehr Zeit im Zielbereich.

Warnung!

Ein closed loop ist ein DO IT YOURSELF Projekt. Jegliche Haftung für dieses System liegt bei mir, es gibt keine Herstellergarantie etc. Ich habe Hilfe bekommen beim Erstellen, habe aber jeden Schritt selbst gemacht und kann ihn nachvollziehen.

Mein closed loop läuft…

Der 25. März 2018 um 18:22 ist es soweit: Nach vielen Stunden der Recherche und der Programmierung, des Tüftens, des Austauschens, des Ausprobierens mit open loop bin ich CLOSED LOOP. 🙂

…seit zwei Wochen!

09.04.2018 beim Arzttermin. Gemeinsam mit einem anderen Patienten bin ich die erste Looperin. Mein HbA1C ist schon um 0,3 % gesunken. Viel wichtiger aber: Ich habe keine Hypos mehr, meine Schwankungen sind viel geringer worden, meine Anstiege nach dem Essen sind flacher. Der Weg dahin war weit und ist noch lange nicht zu Ende…

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Lesen, lesen, lesen, basteln, basteln, basteln

Vor etwas über einem Jahr habe ich von Closed Loop das erste Mal gehört. Dieses Jahr stand fest: Vor Ostern will ich closed loop sein! Ich habe mir aus meiner Accu-Chek Combo, meinem Dexcom G5 und einem Samsung Galays S4 mini eine künstliche Bauchspeicheldrüse gebaut. Dazu war ich auf diversen Seiten, facebook-Gruppen, Loopertreffen und sonstigem. Auf anderen Seiten kannst du schon vieles finden, in meinem ersten Beitrag damals habe ich auch Links aufgelistet.

Was nutze ich?

Accu-Chek Combo + Dexcom G5 + Samsung Galaxy S 4 mini mit Nightscout, AndroidAPS und gepatchter Dexcom App.

Plus: Smartwatch Sony S3. Die ist nicht notwendig, um zu loopen. Ich find es nur praktisch, meine Werte auf dem Handgelenk direkt zu sehen und auch zu sehen, was der Loop macht. Gerade beim Sport oder in der Schule für mich sehr wichtig 🙂

Neue Baustellen

Jede Systemumstellung bringt neue Möglichkeiten und auch neue Fehler. Das ist beim Loop nicht anders. Nach etlichen Jahren mit Pumpe und einem Jahr mit CGM lerne ich meinen Diabetes also nochmal von einer neuen Seite kennen. Es gibt einiges zu optimieren, aber insgesamt bin ich schon sehr zufrieden. Übrigens: Ich habe nicht zugenommen – trotz besserer Werte und weniger Bewegung. Keine Angst vor besseren und guten Werten!

#wearenotwaiting

Ich bin noch so überwältigt von den ganzen letzten Wochen, das ich noch nicht so viel sagen kann. Es ist viel Arbeit, die sich für mich jetzt schon so sehr gelohnt hat. Ich habe nahezu keine technischen Kenntnissen und es hat trotzdem funktioniert. Ich kann jedem Menschen mit Diabetes nur empfehlen, sich über dieses System zu informieren und zu überlegen, auch mit der Reise zu closed loop zu beginnen.

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Es gibt eine große Loopercommunity und #wearenotwaiting.

 

Aufreger der Woche: Druck, Druck, Druck

In diesem Aufreger der Woche geht es um Druck, negative Auswirkungen von Stress und ein Lösungsansatz.

Hallo in die Runde,

Ich bin ziemlich k.o. Schon lange ging es mir nicht mehr so schlecht wie in der letzten Zeit. Ein Berufseinstieg ist härter als gedacht, wenn sämtliche anderen Faktoren auch neu, anders oder negativ sind. Die letzten Wochen waren wirklich anstrengend muss ich sagen. Ich habe mir von verschiedenen Personen sagen lassen, dass DIE PRÜFUNG JA SCHNELLER KOMMT ALS WIR DENKEN und DAS WIR VIEL LERNEN SOLLEN und BITTE SCHALTET ABER AUCH MAL AB, ABER ERST NACHDEM IHR DAS NOCHMAL UND NOCHMAL GELESEN HABT. Ok, danke. 1.000 Eindrücke, die auf mich einstürmen und das ist bei einem Berufseinstieg oder -wechsel auch normal, so denke ich zumindest.

Don’t you worry about a thing?!

Was ich nur schwierig finde, ist nicht der Wechsel und die neuen Eindrücke. Es ist nicht, das ich umgezogen bin und mich neu orientiere. Es ist nicht der Diabetes. Es ist eine teils schwierige private Situation, mit der ich umgehen lernen muss und zusätzlich zu allem der Druck, der von allen Seiten kommt und bewusst eingesetzt wird UND ich mir selbst auch mache. So saß ich die letzten Wochen auch am Wochenende zehn Stunden täglich am Schreibtisch, habe mein sämtliches sportliches Pensum heruntergeschraubt und ein sonstiges Privatleben fand auch nicht mehr statt.

…cause every little thing is gonna be alright 🙂

Anfang letzte Woche war bei mir ein Punkt erreicht, an dem es so nicht mehr weiter ging. Nach verschiedenen Telefonaten und einigen Putzsessions hatte ich ein Lösungsmodell bereit: Ich strenge mich weiterhin an, mein Bestes zu geben. Dabei darf ich mich aber auch nicht vergessen. Ich habe direkt begonnen, wieder Sport zu machen, habe Ilka besucht und war mehrfach am Strand. Siehe da: Trotzdem habe ich genauso produktiv gearbeitet wie davor, bin weniger ausgebrannt und schlafe besser.

Ich hoffe, diese Phase bleibt. Das bedeutet natürlich trotzdem, dass es anstrengend ist und mir einiges abverlangt, aber hey, das bereitet mir letztlich ja auch Freude. 🙂 Mein Lösungsansatz ist nicht überall auf Begeisterung gestoßen, da die Sorge groß war, ich könnte eventuell weniger Leistung zeigen. LEISTUNG LEISTUNG LEISTUNG DRUCK DRUCK DRUCK.

Da habe ich mich an einen Spruch erinnert, den ich vor Jahren auf einer Hauptversammlung des Verband der Sonderpädagogen zum Thema gehört habe:

„Nur, wer für eine Sache brennt, kann auch ausbrennen.“ (frei aus dem Gedächtnis nach Prof. Dr. Wember)

Nun bin ich Gottseidank weit, weit entfernt vom Burnout. Dennoch merke ich, dass ich auf meine Resilienzfaktoren achten muss, gerade, wenn einige von ihnen wegbrechen oder sich in ihrer Kontinuität verändern.

Vorsorge ist besser als Nachsorge, so achte ich nun also darauf, nicht auszubrennen. Dazu zählt für mich, auch abzuschalten. Das manche Personen darin eine Gefahr sehen, ich würde in Zukunft eventuell weniger Leistung bringen…das muss ich widerlegen.

Ich glaube, das ist mein wirrster Beitrag seit langem. Was ich sagen will: Druck erzeugt Gegendruck, unnötig. Sinnvoll: Putzsessions, um den Kopf frei zu kriegen. Ressourcen und Leidenschaft sinnvoll nutzen. 

..und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen. (Astrid Lindgren)

 

Lehrerin im Vorbereitungsdienst mit Diabetes – Teil1

Start der neuen Reihe: Lehrerin im Vorbereitungsdienst mit Diabetes. Heute: Schwierigkeiten, Diskriminierung, Motivation und die ersten 4 Wochen.

Moin in die Runde,

seit einem Monat habe ich meine neue Stelle angetreten: Lehrerin im Vorbereitungsdienst. Habe mein altes geliebtes Studienstädtchen mit Freunden und altem Arbeitsplatz zurückgelassen und mich buchstäblich auf an neue Ufer gewagt. 🙂 Neue Ufer heißt, ich wohne in der Nähe der Nordsee (die Ostsee ist auch nicht fern), gewöhne mich an den norddeutschen Humor und meinen neuen Berufsalltag.

Berufsalltag? Aber du hast doch…?

Richtig, ich hab doch immer noch Typ1 Diabetes. Es läuft, oder auf norddeutsch: Et lööpt. Trotzdem hat mir der Diabetes in letzter Zeit viel Kopfzerbrechen bereitet und wird das auch in Zukunft wieder tun. Es fallen viele Veränderungen an und so lief ich im Januar von Versicherung zu Versicherung mit der Frage „Nehmen Sie mich auch als Typ1-Diabetikerin?

Die Frage der Versicherung: Aber, aber, aber

Ich bin im Gegensatz zu meinen Kollegen nicht für die Zeit im Vorbereitungsdienst privat versichert. Ich bin „freiwillig“ gesetzlich versichert, was mich über 200€ pro Monat kostet. Privat wird erst möglich, wenn ich auf Probe verbeamtet bin – denn dann haben einige PKVs eine sogenannte Öffnungsklausel. Jetzt könnte ich einen Antrag auf Aufnahme stellen, ABER die Wahrscheinlichkeit, dass der abgelehnt wird, ist sehr sehr sehr hoch und der riesige Haken an dieser Sache: Nach einem abgelehnten Antrag darf man nie wieder, auch nicht bei einer anderen Gesellschaft, einen Antrag stellen. Das alles wäre ja noch irgendwie ok für mich, würde der Staat mir trotzdem die Hälfte des Betrags abnehmen – wie er das schließlich in Form von Behilife & Co bei den PKV-Versicherten auch tut.  Fakt ist: Ich zahle gerade komplett den Beitrag. Alleine. Sobald ich endlich mal Gehalt habe, werde ich versuchen, bei den Gleichstellungsbeauftragten einen kleinen Zuschuss zu erreichen. Denn eigentlich gilt doch: „Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“ (Art. 33 GG) Hahaha, schaffen wir 2018 mal wieder überhaupt nicht. Hoffentlich wird mir bei den Gleichstellungsbeauftragten nicht zusätzlich im Wege stehen, dass ich mich bis jetzt ganz bewusst gegen den Behindertenausweis entschieden habe

Kollegen, Kinder oder „Moment, mein Handy piepst!“

Einigen meiner Kollegen und einer meiner Klasse habe ich schon gesagt, dass ich Typ1 Diabetes habe. Und eine Pumpe. Und ein CGM. Und ein Handy. Ah, das piepst gerade im übrigen...weshalb ich meine mobilen Daten im Schulalltag aus habe, um mein Handy wirklich nur als CGM-Empfänger nutzen zu können. Alle, die es bisher wissen, gehen wie erwartet damit um: „Ah ja, ok. Gibt’s was zu beachten? Kannst du grad mal schnell [kopieren/halten/…]“. Also alles entspannt, das find ich schön 🙂 Super fand ich auch einen Schüler, der mich fragte, was ich denn da am Arm hätte. Der Arm steckte in einem dicken Pulli, kein Wunder, wie er den Dexcom-Transmitter gefunden hat. Hab es ihm gezeigt, fand er cool.

Ich habe in jedem Klassenzimmer, in dem ich unterrichte, einen Saft deponiert. Es gilt hier wie auch im Unterricht: Gut vorbereitet erspart viel Stress.

Auswirkungen des Alltags auf den Blutzucker – ein 4 Wochen Fazit

Meine Blutzuckereinstellung hat sich seit Dezember verbessert. Das liegt zum einen daran, dass ich meine Motivation wieder gefunden habe und versuche, alles genauer zu machen und mein Wissen anzuwenden. Zum anderen tut mir der geregelte Tagesablauf gerade gut, den ich vorher im Uni- und Schichtdienstarbeitsalltag eher weniger hatte. So konnte ich meine Feineinstellungen verbessern Ich hoffe, ich bleibe weiterhin so gut am Ball…bisher freue ich mich nämlich schon auf den neuen HbA1C. Ich weiß, ich weiß, der HbA1C ist nicht das Maß aller Dinge, ich möchte meine Verbesserung trotzdem an einer besseren Zahl sehen. Die letzten waren abslout nicht zufriedenstellend.

Neue Reihe: Lehrerin im Vorbereitungsdienst mit Diabetes

Ich habe bisher im Internet nichts über Lehrkräfte mit Diabetes gefunden, zumindest nicht aus erster Hand. Deshalb habe ich beschlossen, diese Reihe zu starten und euch an meiner Entwicklung und steigendem Stresslevel teilhaben zu lassen. Zusätzlich erhoffe ich mir, ein paar Gleichgesinnte zu finden, die im schulischen Bereich arbeiten 🙂 Ich freue mich auf deine Erfahrungen im Schulalltag und mit den Behörden.

 

Schon wieder so spät. Seit 16:00 sitze ich fast ohne Unterbrechung vor dem Schreibtisch, aktuell 231 mg/dl. Der Faktor fürs Abendessen wird die nächsten Tage auch mal überarbeitet.

beate_putzt den Schreibtisch – Gute Nacht!

Dexcom G4 gegen Dexcom G5 – beate_putzt testet

Disclaimer: Der G5 Transmitter wurde mir freundlicherweise kostenlos von der Firma dexcom zur Verfügung gestellt. Der Inhalt des Artikels stellt meine eigenen Erfahrung und Meinung da und ist nicht durch Dexcom beeinflusst.

„Hast du jetzt noch ein neues Gerät?!“

Seit Frühjahr 2017 bin ich stolze Besitzerin des Dexcom G4 Systems. Nachdem ich mich an dieses System gewöhnt hatte, bekam ich die Gelegenheit, das Nachfolgemodell G5 zu testen. Nach vielen Wochen stellt sich nun die Frage: Welches System ist besser? Welches sind die Vor- und Nachteile?

Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Beides sind CGM-Systeme (Continuos Glucose Monitoring Systeme). Das bedeutet, dass der Gewebezucker kontinuierlich gemessen und an ein Empfangsgerät gesendet wird.

Beim G4 wird über Funk mit dem Empfangsgerät kommuniziert, das G5 kommuniziert via Bluetooth mit einem Empfänger oder einem passenden Smartphone.

Die Sensoren sind für beide Systeme gleich. Was mich beim G5 besonders gereizt hat, war die Möglichkeit, ohne Selbstbau-Wixel meine Werte an mein Smartphone gesendet zu bekommen. Doch da stellte sich erst einmal heraus: Mein Handy ist für die offizielle Dexcom-App nicht geeignet, ich brauchte ein kompatibles Handy. Als auch das erledigt war, konnte es losgehen.

Die Testphase

Die nächsten Wochen lief ich mit zwei gleichen Sensoren, aber zwei unterschiedlichen Transmittern (Sendern) durch die Gegend, die Werte wurden auf das Smartphone (G5) bzw. den Empfänger (G4) gesendet. Wie du hier auf dem Bild sehen kannst, sind die Transmitter von unterschiedlicher Bauweise. Selbst Diabetiker waren sich auf dem Barcamp der Blood Sugar Lounge aber uneinig, welcher der Transmitter jetzt größer ist. Der G5 ist durch die fortgeschrittene Technik etwas klobiger, sodass mir der G4 Transmitter im Vergleich besser gefällt. Im Alltag fällt das aber kaum auf und die Vorteile des G5 Systems überwiegen für mich.

Unterschiede der Software

Die Werte bekomme ich aufs Smartphone, die Messung der Werte ist noch genauer und noch mehr in Echt-Zeit und die Software wurde meiner Meinung nach für mich benutzerfreundlicher als die Software des G4. (Dummerweise hab ich die G4Software schon gelöscht, sodass ich das nicht mehr begründen kann. Mit der G5 Software erhalte ich jedenfalls direkt eine Auflistung von Mustern, die sich überall online abrufen lässt. Geht also auch mit dem Handy.)

Ein Kritikpunkt an der Software des G5 ist, dass ich nicht auswählen kann, ob meine Daten gesendet werden oder nicht. Sie werden zwar sehr sicher ausschließlich in Deutschland gespeichert, trotzdem mag das für den ein oder anderen störend sein.

Testergebnis

Dass das G5 in meinem Test bis zu 5 Minuten vor dem G4 meine sich verändernden Werte bemerkt, macht mir ein schnelleres reagieren möglich. Deshalb habe ich bei meiner Krankenkasse den Antrag gestellt, dass ich wechseln kann. Und tadaaaa, er wurde genehmigt =).

Mein Handy ist nicht kompatibel, aber…

Ich habe zwar kein kompatibles Handy, ich musste die Dexcom App aber nur für den Test verwenden, um sicher G4 mit G5 vergleichen zu können. Mittlerweile gibt es zwei Alternativen, einmal eine „geflashte“ Dexcom-App und auch x-drip, eine selbstgeprogrammierte App. Beides sind lohnenswerte Alternativen, ich benutze beide abwechselnd und hab mich noch nicht entschieden, welche für mich die Beste ist.

Unterschiede zu anderen CGM/FGM-Systemen

Was ich an Dexcom einfach besser finde als an Libre oder auch Medtronic, ist, dass ich die Werte mit Alarmen auf ein Endgerät bekommen kann, das nicht an die Pumpe gekoppelt ist. Für mich ein wichtiges Kriterium. Meine Pumpe ist oft irgendwo am Körper, sodass das Medtronic System für mich leider falsch wäre…Rüstet da eigentlich auch wer nach oder soll das in Zukunft so bleiben?  Bei Medtronic muss man meines Wissens nach den Transmitter auch laden, in der Zeit fehlen dann Werte (korrigiert mich, wenn ich falsch bin).

Zu Eversense von Roche fehlen mir die Vergleichsmöglichkeiten, deshalb kann ich nichts dazu schreiben.

Der Preis für die am schlimmsten aussehende Setzhilfe dürfte aber an dexcom gehen. Mittlerweile hab ich mich daran gewöhnt, aber hui…Da besteht definitiv Optimierungsbedarf!

Da das für mich der einzige wirkliche Nachteil ist, nutze ich weiterhin zufrieden Dexcom. Es gibt leider nicht das eine perfekte System für jeden, weshalb ich nur raten kann, alle Systeme mal durchzutesten. Bei mir hat das damals übrigens über meine Diabetespraxis geklappt. =)

Herzliche Grüße, beate_putzt mit CGM und Insulinpumpe