Rezept: Winter-Weißkraut-Kürbis-Salat

Heute das erste Mal seit langem eine Wortmeldung von mir sowie seit Ewigkeiten mal wieder ein Rezept.
Es ist Anfang November und somit Saison für frisches Weißkraut und Kürbis.
Außerdem die Zeit, in der es mir schwer fällt, genug Gemüse zu essen. Mit diesem leckeren Wintersalat schaffe ich Abhilfe!

Zutaten:

  • Kürbis (Ich hatte Butternut)*
  • Weißkraut, roh
  • Apfel
  • Öl (z.B. Walnussöl)
  • Weißweinessig
  • Senf
  • Salz, Pfeffer, Muskatnuss, Curry

*Alternative: Karotte oder Süßkartoffel

Zubereitung:

Kürbis schälen oder waschen und in kleine Würfel schneiden. Anschließend in einer Pfanne mit Wasser bedeckt weich dünsten. (Je nach Kürbissorte kann man die auch roh essen, gedünstet schmeckt mir allerdings besser)

Vom Weißkraut die äußeren Blätter sowie den Strunk entfernen. Das Weißkraut in feine Streifen schneiden und waschen. Den Apfel in kleine Würfel schneiden.

Kürbis, Weißkraut und Apfel mischen und mit dem Dressing aus Öl, Essig, Senf und Gewürzen vermengen.

Meiner Meinung nach hält der Salat lange satt, ist trotzdem leicht und super lecker. Blutzuckertechnisch auch sehr gut zu berechnen, ich hatte keinen Anstieg der Blutzuckerkurve zu verzeichnen. Optisch ansprechend sieht der Salat auch aus – aber mein Hunger war wie so oft zu groß, deshalb kein Bild. Kocht’s einfach nach, dann seht ihr’s ja 😉

Guten Appetit und viel Freude beim Küche saubermachen (die wird hier nämlich gar nicht so dreckig) wünscht euch beate_putzt

Rückblick: ¡buen camino!

Am 1.9. startete mein Flieger Richtung Spanien zum Abenteuer Pilgerreise.  Warum ich das ganze in Angriff genommen habe, habe ich hier beschrieben und zu meinen Vorbereitungen gerade in Bezug auf den Diabetes könnt ihr hier etwas finden.

Pilgern? Sicher nochmals!

Ich bin wieder zurück und mit mir unglaublich viele Erfahrungen und Erinnerungen, wie das halt so nach einem Urlaub ist. Was kann ich nun rückblickend sagen?

Dank meiner guten Vorbereitung war ich auf fast alles gerüstet – nicht rechnen konnte ich damit, dass in Nordspanien auch mit Hagel, Windböen und Regen ähnlich der Nordsee zu kämpfen ist, wie ihn der stärkste Seebär kaum aushält. Doch auch an diesen Tagen war ich gut gelaunt.

Bergüberquerung bei Sturm und Regen
Bergüberquerung bei Sturm und Regen

„On the camino there’s a solution for everything – the camino gives you what you need.“

Dieser Satz ist mir gleich an meinem ersten Lauftag begegnet und es stimmt! Klingt nach philosophischen Blablabla, trotzdem war ich nie einsam oder überfordert mit etwas. Nach 600 gelaufenen Kilometern kann ich sagen: ich kann mich auf mich und meinen Körper verlassen. Einsam war ich nie; alleine nur, wenn ich es wollte. Ich habe unglaublich viele nette, positive, warmherzige Menschen getroffen und noch mehr i Rückmeldung erhalten. Diese Erfahrungen habe ich im Alltag auch; jedoch gehen diese dann schnell unter. Dort sind die positiven Wahrnehmungen so häufig und es tut unfassbar gut. Seit ich in Deutschland bin, habe ich auch viel weniger negative Gedanken und sehe alles entspannter.

Neid? Falscher Ehrgeiz? Leistungsdruck?

Besonders gut gefallen hat mir, dass keiner auf andere neidisch ist (bis auf wenige Ausnahmen, aber Idioten gibt’s ja überall ;-)). Jeder macht seinen persönlichen Camino mit seinem eigenen Gepäck. Selten habe ich so viel Hilfsbereitschaft erlebt. Ich erlebte stärker als sonst das Gefühl von what goes around comes back around.

Wenn du 10km läufst, ist es ok. Wenn du 40km läufst, ist es auch ok. Hast du Schmerzen oder auch einfach einen super Tag ohne Probleme – auch ok. Im Gegensatz zu Zuhause wird hier nicht nach Leistung beurteilt, da jeder Hoch- und Tiefphasen hat und sein Bestes gibt. Das hat mir unglaublich viel gebracht und mich wieder an meine Yogapraxis „off the mat“ erinnert.

Ernährung, Kosten, gelaufene km/Tag

Spannend war meine Ernährung zu dieser Zeit. Morgens vorm Laufen gab es meistens Müsli mit Milch und Obst. Nach einigen Kilometern der erste Kaffee mit einem süßen Teilchen oder einem belegten Sandwich – in Spanien ist es üblich, einen Kaffee mit einem Süßteil zum Frühstück zu essen. Mal ganz nett, auf Dauer aber nichts für mich. Da mich ein großes Mittagessen zu sehr „geschwächt“ hätte, habe ich zwischendurch immer Obst und Kekse gegessen. Abends dann was gekochtes, Salat oder einfach belegte Brote. Alles in allem habe ich geschätzt 4.000kcal pro Tag zu mir genommen und die waren auch notwendig! Leider ist es sehr schwer, sich in Spanien so wie gewohnt zu ernähren und vor allem der ganze Essensrhythmus war durcheinander, sodass ich mich jetzt immer noch umstellen muss. Leider brauche ich keine 4.000kcal mehr am Tag… 😉

Kaffeepause und Wegplanung
Kaffeepause und Wegplanung

Meine Vorkalkulation von 20€ pro Tag sind mehr oder weniger hingekommen. Gegen Ende hin habe ich mehr Geld gebraucht, da vor allem die Herbergen teurer geworden sind.

Pro Tag bin ich je nachdem ca 30km gelaufen. Natürlich variiert das nach gesundheitlichem Empfinden und auch der Strecke – gerade Höhenmeter können fies sein. Trotzdem muss ich sagen, dass es nicht so anstrengend war wie gedacht. Abends war ich erschöpft, selten aber zu gar nichts mehr zu gebrauchen. Insgesamt habe ich eine Distanz von 600km (Burgos – Santiago – Finisterre) zurückgelegt.

Am Ende der Welt - Kap Finisterre
Am Ende der Welt – Kap Finisterre

 

Fazit

Ich werde definitiv nochmal pilgern gehen! Aus diesem Grund empfehle ich jedem, der gerne läuft und keine allzu großen Luxusansprüche hat, eine Pilgerreise. Auch wenn man im Gegensatz zu mir keine religiösen Mit-Motive hat: das macht nichts. Jeder kann sich das mitnehmen, was er braucht und es herrscht kein Zwang zu irgendetwas.

Die Landschaft auf dem camino frances (der bekannteste Jakobsweg aus Frankreich kommend) ist wahnsinnig abwechslungsreich, die Leute sind toll und ja, der Camino gibt dir das, was du brauchst. 🙂 Ich spreche kein spanisch, jedoch fließend englisch und recht gut französisch…damit kam ich gut zurecht. Die Spanier sprechen in der Regel keine weitere Sprache, sind aber sehr sehr freundlich und irgendwie hat’s immer geklappt.

Einen Kritikpunkt muss es aber auch geben und es gibt sogar zwei: die spanische Siesta hat mich ziemlich genervt, da sie mich vom einkaufen oder essen abgehalten hat. Verhungert bin ich dennoch nicht. Außerdem ist die Straßenbeschilderung (nicht die Pilgerzeichen) sehr schlecht und oft mit spanischem Fließtext über mehrere Zeilen versehen…ich bin zum Glück überall sicher angekommen.

Wegweiser
Wegweiser

Alles in allem kann ich nur sagen: beate_putzt wünscht euch einen ¡buen camino! (auch im (Lebens-)Alltag) und bei Fragen meldet euch gern.

Reisen mit Diabetes im Rucksack

Die Vorbereitungen für meine Reise auf dem Jakobsweg sind fast abgeschlossen. Eine besondere Herausforderung ist die Planung für meinen Diabetes: Insgesamt darf nicht mehr als 10kg in den Flieger und auch auf dem Weg sollten es nicht viel mehr Kilogramm auf dem Rücken sein.

Kleidungstechnisch beschränkt sich der Pilger auf ein Outfit am Körper und eines im Rucksack. Ich als pilgernde Diabetikerin muss mir dagegen mehr Gedanken machen und so habe ich in den letzten Wochen einiges gerechnet und ausprobiert: Wie viel ist zu viel an Equipment, wie viel ist zu wenig? Ist ein Katheter mit integrierter Setzhilfe eventuell besser? Werde ich jeden Tag mit Unterzuckerungen zu tun haben beziehungsweise wie viel Insulin kann ich von Beginn an reduzieren?

Ganz genaue Antworten kann ich noch nicht einmal für meinen eigenen Körper geben. Meine Hochrechnungen möchte ich gerne zum Erfahrungsaustausch mit euch teilen.

Wenn ein Diabetiker auf Reisen geht...
Wenn ein Diabetiker auf Reisen geht…

Mein Equipment ist etwas mehr als zuhause, da ich gerne mehr mitnehme, als ich benötige. Ich rechne mit bis zu 10x messen pro Tag, nehme also 300 Teststreifen und 52 Lanzetten mit (ich habe zwei Stechhilfen, die ich zwei Mal täglich wechsle).

Normalerweise wechsle ich alle 3 Tage den Katheter, habe jetzt für etwas mehr als alle 2 Tage Katheterwechsel eingepackt – die Hälfte davon ohne Schlauch. Ich nehme auch Desinfektionsmittel mit – Katheter halten bei mir besser, wenn ich vor dem Setzen die Haut entfette (sprühen – wischen – nochmal sprühen und trocknen lassen). Den Katheter werde ich mit Kinesiotape fixieren.

Wichtig natürlich auch Ersatzmessgerät und Pumpe und das Formular für den Flughafen vom Arzt (bisher noch nie benötigt, aber man weiß ja nie….). An Insulin nehme ich zwei Ampullen mit – normalerweise reicht mir eine 315ml Ampulle für 5 Tage. Falls ein Fläschchen oder das Insulin kaputt geht, habe ich somit genug Ersatz. Gekühlt wird nur das noch nicht genutzte Insulin in den Frio-Taschen. Da meine Insulinpumpe direkt am Körper ist, ist eine Kühlung nicht zwingend notwendig.

Meine Hypohelfer werden Trockenobst, Traubenzucker und ein paar Zucker-Gele (werde von Dextro Energy sowie Cola-Geschmack-High-Energy von Decathlon testen). Saft ist zunächst zu schwer und darf auch nicht mit in den Flieger.

Die Ersatzbatterien für Pumpe und Messgerät sowie die Batteriefachdeckel und Ampulle einschließlich Ampullendeckel (doppelter Bedarf) eingepackt und fertig!

Insgesamt kann ich so etwas mehr als einen Jutebeutel vollstopfen! Aber was muss, das muss – schließlich muss ich für alles gerüstet sein. Das Messgerät und ein paar Traubenzucker werde ich entweder ganz oben in den Rucksackdeckel packen oder vorne in eine Bauchtasche. Das restliche Equipment packe ich in einen Wäschenetz und wenn ich etwas brauche, kann ich es ganz flott komplett ohne viel kramen aus dem Rucksack holen. Genauso werde ich es auch mit meinem zweiten Outfit machen.

Bald geht’s los. 🙂 Wie es blutzuckertechnisch lief, werde ich sicherlich berichten. Viele liebe Grüße von beate_putzt

#beate_putzt die Waschmaschine

Es wird wieder Zeit für einen waschechten #beate_putzt-Beitrag!

Ich bin am Ende meiner Bachelorarbeit und wollte heute mal vor mich hin prokastinieren. Dann ist mir aufgefallen: die Waschmaschine! Die wäre doch ein Projekt! So, ähnlich wie mein Kühlschrank-Beitrag auch hier eine garantiert sichere und getestete Anleitung für alle (werdende) Putzfans. 😉

  1. Waschmaschinenflusensieb reinigen (befindet sich meistens unten und kann rausgedreht werden)
  2.  Waschmaschinenspülmittelfach rausnehmen, gründlich reinigen, einsetzen
  3. Gummidichtungen feucht abwischen – zwischen den Ringen findet man gerne auch alte Socken
  4. Das „Bullauge“ von innen und außen feucht abwischen
  5. evtl. mit chemischem Reiniger die Waschmaschine leer laufen lassen (kein Muss, nur eine Option – sollte man meiner Meinung nach nicht oft der Umwelt zumuten)
  6. über eine saubere Waschmaschine freuen und dabei den Erholungskaffee genießen

Ich bin mir sicher: Jetzt kann nix mehr schiefgehen! Bei Problemen, Fragen und Anwendungsschwierigkeiten wendet euch vertrauensvoll an mich.

Viel Spaß beim Putzen! Immer sauber bleiben wünscht euch beate_putzt 😉

Aufreger der Woche: rassistische Dreckskackscheiße!

Liebes christliches Abendland!

Zwei Dinge:

1. „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus ganzem Herzen und ganzer Seele und deinen Nächsten wie dich selbst.“ (Lk 10, 26 – 27)
2. „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ (Art 1,1 GG)

 

Es erschreckt mich zunehmend, welchen Hass einige meiner Mitmenschen mit sich tragen. Es ist völlig egal, welcher Religion, Hautfarbe, etc. jemand angehört. Wir alle möchten friedlich miteinander leben. Wer scheiße ist, ist scheiße. Nicht, weil er/sie deutsch ist oder einer anderen Nationalität angehört, sondern weil er/sie scheiße ist.

Ich bin unendlich dankbar dafür, dass ich jeden Tag ein regenfestes Dach über dem Kopf habe, viel zu viel Nahrung zu mir nehmen könnte, obwohl ich unter der Armutsgrenze in Deutschland lebe (Studenten…), überhaupt studieren kann und einen Nebenjob ausübe, den ich liebe! Auch ich habe meine Probleme, trotzdem bin ich nicht inmitten von Krieg und totaler Inflation aufgewachsen.

Jeder von uns trägt Vorurteile mit sich herum und diese sind auch notwendig, da wir, um leben zu können, erstmal alles in Schubladen einteilen zu müssen, um in der Flut von Informationen nicht unterzugehen. Wichtig ist es nur, die Schubladen nicht zu schließen, sondern jeden Menschen einzeln zu betrachten und auch noch mindestens einmal umzusortieren.

Gegen Rassismus, für ein friedliches Miteinander! Hier bei facebook findet ihr noch eine schöne Infografik zum Thema:

Hier eine tolle Infografik zum Thema "Ich habe nichts gegen Ausländer, aber…".

Gepostet von Café Asyl Landau am Freitag, 24. Juli 2015

#‎nichtinmeinemnamen‬ Nuff said!

beate_putzt gegen Vorurteile und Rassismus!

Gedankenspiel & Reiseplanung

Seit einem halben Jahr spiele ich mit dem Gedanken, den Jakobsweg nach Santiago de Compostela zu pilgern. So langsam wird es wirklich konkret, denn ich habe mich vorgestern dazu entschlossen, im September loszulaufen. Irgendwo in Spanien soll es losgehen.

Gestern habe ich das begeistert einer Freundin erzählt, die ich schon sehr lange nicht mehr gesehen habe und sie so begeistert, dass sie sehr wahrscheinlich mitlaufen wird.

Pilgern? Warum pilgern? Warum stundenlang durch die Gegend laufen?

Obwohl ich katholisch bzw. christlich-gläubig bin, hätte ich diese Frage vor ein paar Jahren noch jedem gestellt. Was soll mir das bringen, zu irgendwelchen Marienfiguren zu laufen?

Marienfiguren interessieren mich immer noch nicht sonderlich.

  • Ich freue mich auf neue Menschen, die man im gehen kennen lernt
  • Die Gedanken, die ich sonst im Alltagsstress verdränge und dann vielleicht Zeit finden, beachtet zu werden
  • Ich freue mich auf neue körperliche Herausforderungen, da ich momentan ohne konkret zu sein, an die 450km geplant habe
  • Ich freue mich auf den Abstand vom Alltag und meine Rolle im Alltag, Zeit für mich und sonst niemand. Ich freue mich auf die Reiseumgebung, da ich kein All-inklusive-Urlauber bin und mir dort erhoffe, möglichst viel von der Umgebung mitzubekommen
  • Ich freue mich auch auf die Mehr-Zeit mit Gott, Mehr-Zeit zum beten, danken und beschweren
  • Ich freue mich auf alles, von dem ich noch gar nicht weiß, was mich erwartet

Warum Spanien? Ginge doch auch z.B. in Deutschland?

Das ist völlig richtig. Im September ist in Spanien aber die perfekte Reisezeit zum pilgern, es sei wohl nicht mehr so überlaufen, trotzdem könne man Leute kennenlernen. Außerdem: andere Länder, andere Sitten. Bessere Pilgerinfrastruktur zum Beispiel. Und außerdem auch: das Endziel eines der vielen Jakobswege ist nunmal Santiago de Compostela. Von dort aus soll es weitergehen zum Kap Finisterra, um dort noch ein paar Tage am Strand zu verbringen.

Vorbereitungen

Seit einem halben Jahr lese ich immer wieder auf Pilgerseiten und unterhalte mich mit gläubigen und nicht-gläubigen Menschen, die den Jakobsweg gegangen sind. Mittlerweile habe ich mich entschieden, nicht in Wanderschuhen zu laufen. Die Entscheidung, ob es Trail- oder Runningschuhe werden, muss ich noch treffen. Grundsätzlich benötige ich noch einen Rucksack. Mein ganzes Gepäck sollte auch mit Zuckerzeug immer noch leicht und kompakt sein. Da muss ich in den nächsten Tagen noch Vorbereitungen treffen genauso wie die genaue An- und Abreise zu planen. Ich habe noch nicht so die genaue Ahnung, an was ich alles denken muss. Auch, inwieweit ich mein Blutzuckerequipment möglichst leicht gestalten kann (für Tipps wäre ich dankbar! Wollte z.B. mal den Mio-Katheter mit integrierter Setzhilfe testen?).

 

Viel zu spät begreifen viele die versäumten Lebensziele: Freude, Schönheit der Natur, Gesundheit, Kultur und Reisen.
Darum, Mensch, sei zeitig weise! Höchste Zeit ist’s! Reise, reise! – Wilhelm Busch (1832 – 1908)

 

Liebe Grüße von der reisefiebernden beate_putzt

Das erste Mal mit Diabetes – eine Blogparade

Lea hat zu einer Blogparade aufgerufen: das erste Mal mit Diabetes. Fast 21 Jahre nach der Diagnose kein ganz so leichtes Thema, aber es gibt sie doch, die ersten Male in letzter Zeit oder die prägnanten, die mir im Gedächtnis geblieben sind.

 

Die erste Diabetes-Kinderschulung

Meine Eltern haben mich irgendwann mit circa 6 Jahren angemeldet, diagnostiziert wurde mein Diabetes schon mit 3,5 Jahren. Eine der jüngsten auf dieser Veranstaltung und eine derjenigen, die damals schon herausragend gut geschult war. Das soll jetzt nicht arrogant wirken, diese Tatsache habe ich einzig und alleine meiner Mama zu verdanken, die sich nach bestem Wissen und Gewissen für mich eingesetzt hat. Eine meiner Standardsprüche war dort „ich darf das nicht so machen hat meine Mama gesagt.“ Meine Werte waren auch grundsätzlich nie so schlecht wie auf den Diabetiker-Kinderschulungen – war ich später auf mich alleine gestellt, hat alles besser gepasst 😀 Am Lustigsten empfinde ich bis heute die Tatsache, dass ich bei einer nächtlichen Unterzuckerung nicht nur Apfelsaft trinken, sondern auch noch zusätzliche langsame Kohlenhydrate wie Milchschnitte oder Joghurt essen MUSSTE. Eine schlaftrunkene, unterzuckerte Beate, die nicht essen will und immer wieder viel zu hohe Werte am nächsten Tag durch diese Aktionen….die Erinnerung an die ersten Kinderschulungen.

 

Die erste Pumpe

Meine erste Pumpe habe ich in den Ferien 2002 in Bad Mergentheim bekommen. Damals war ich 11, gerade in der 5. Klasse und es war eine D-tron plus, auf die ich richtig richtig stolz war. Anfangs trug ich sie immer noch um den Hals (heute unvorstellbar, da unbequem), später am Gürtel und mittlerweile probiere ich immer wieder neues aus, standardmäßig am BH oder in der Hosentasche.

 

Das erste Mal bouldern – mit Pumpe

Dieses erste Mal war erst vor kurzem. Nach jahrelangem Zögern habe ich mir dieses Jahr das Ziel gesetzt, wenigstens das Klettern und Bouldern ma auszuprobieren. Zuckertechnisch habe ich alles wie beim normalen Sport behandelt, aber die Frage nach der Pumpenverstauung nahm doch noch einige Zeit in Anspruch. Letztlich habe ich gewechselt (je nach Boulderstrecke) zwischen Clip am Oberteil vorne und am hinteren Hosenbund angeclipst.

 

Das erste Mal nächtlich unterzuckert in meiner WG

In meiner WG bin ich bisher zweimal nachts so stark unterzuckert, dass ich auf Hilfe von meinen Mitbewohnerinnen angewiesen war. Die erste nächtliche war nach mehrern Gläsern Federweißern, der neue Wein, verhält sich auf den Blutzucker ähnlich wie Traubensaft DACHTE ich. Der Blutzucker steigt zwar radikal an, aber sinkt radikal schnell (viiiel zu schnell) bei Berechnung ab. Meine liebe Mitbewohnerin hat genau richtig reagiert: Saft nicht im Glas in die Hand gedrückt (ich war schon am Krampfen), mich zum trinken gezwungen und beobachtet, wie es mir geht. Im Endeffekt war sie gar nicht so sehr geschockt, dafür ich, dass ich auf Hilfe angewiesen war und in meinem emotionalen „Ich-komme-wieder-zu-mir-Zustand“ erstmal ne Runde geweint. Vielen Dank L. für die Betreuung 😉 <3

 

Das erste Mal „was machst du denn da/was ist das/bist du verletzt?“

Dieses erste Mal habe ich (wie andere Diabetiker auch) immer dann, wenn ich neue Menschen kennenlerne oder fremde Menschen in der Uni/in der Bahn/wo auch immer neben mir sitzen und ich mich um meinen Diabetes kümmere. Genau dann können die tollsten Gespräche entstehen oder auch der geliebte Hass-Satz folgen „Ah Zucker, hat meine Oma auch!“

 

Ich freu mich auf die vielen weiteren ersten Male und freu mich auch, von euren zu lesen. So entdeck ich dann auch noch mehr neue (Diabetes-)blogs.

Auf die ersten Male! Prost (ohne Federweißer zu berechnen!), beateputzt

Über Zoodles und Blutzuckerspitzen

Eins vorweg: ich bin kein Low-Carb-Fan. Absolut nicht.

Aber: eins meiner neuen Lieblingsgerichte sind Zoodles mit Sauce. Das ist zufällig auch Low-Carb und nach meiner Zubereitungsart auch Low-Fat. Deshalb gut geeignet für die Tage, an denen der Blutzucker macht, was er will. Vor allem mega leckeeeer 🙂

Für Nicht-Diabetiker ist der obere Absatz völlig uninteressant, was interessant sein könnte: ich kann Unmengen davon essen, ohne das Völlegefühl hinterher wie bei richtigen Nudeln zu haben (wobei ich da auch Unmengen esse, vielleicht KÖNNTE das der Fehler sein).

Deshalb für alle meine Empfehlung zum kochen und experimentieren.

Zutaten:

1 – 2 Zucchinis (mit Spiralschneider oder alternativ Sparschäler schneiden)

Tomatensauce oder ähnliche Sauce nach Wahl kochen, meine Version:

2 Möhren

1/2 Kohlrabi

frische Tomaten

1 Zwiebel

1 Knoblauchzehe

evtl. Sojaschnetzel in Gemüsebrühe quellen lassen

gestückelte Dosentomaten

diverse Kräuter, Salz, Pfeffer, Tomatenmark

–> Gemüse, Zwiebeln und Knoblauch in Öl anschwitzen. Anschließend Tomatenmark und Sojaschnetzel zugeben. Kurz mitbraten, dann Dosentomaten zugeben. Unter rühren leicht kochen („blubbern“) lassen. Mit Salz, Pfeffer, diversen Kräutern, Curry oder sogar einer Prise Zimt würzen.

Die Zoodles können entweder in den letzten 1 – 2 Minuten mitkochen oder für die gleiche Zeitspanne mit kochendem Wasser übergossen werden.

So hat das Rezept relativ wenig Kohlenhydrate und Fette, die berechnet werden müssen. Vorsicht aber bei Zugabe von Käse, etc. (FPE!)!

 

Zoodles mit Sauce und sch*** Blutzuckerwert mit unbekannter Ursache
Zoodles mit Sauce und sch*** Blutzuckerwert mit unbekannter Ursache

 

Alles Liebe, guten Hunger! #beate_putzt heute nicht, sondern kocht!

 

Was motiviert dich?

Motivation. Ein Wort, so oft gesagt, oft wenig vorhanden. Extrinsische Motivation (Motivation von außen durch Belohnung / Bestrafung / andere Anreize) versus intrinsische Motivation (von innen, „einfach vorhanden“).

Immer benötigt: im Beruf, im Sport, in der Diabetestherapie. Ohne Motivation läuft gar nichts.

Was motiviert wirklich?

Mir helfen keine schlauen Ratgeberbücher à la: „Bastel dir eine visuelle Hundehütte und lass den Schweinehund eine Stunde schlafen!“ – bitte was? Bringt mir ja mal gar nix!

Wichtig ist für mich: einfach mal anfangen und möglichst noch Spaß haben!

Beim Thema Bewegung und Sport kann das sein, jeden Tag eine halbe Stunde spazieren zu gehen. Ich treffe mich auch gern mit Freunden, weniger zum Leistungsvergleich als eher zum vorher und nachher quatschen und sich über das gemeinsame Workout zu freuen.

Im Unialltag hilft es mir, mich wirklich in die Bib zu setzen oder an den Küchentisch – am Schreibtisch mache ich (zumindest momentan) immer nur Prokastination deluxe.

Problem: Diabetestherapie?!

Wir Diabetiker als lebenslang chronisch Erkrankte haben zu unserem normalen Leben noch einen  24h-Job. Ich habe oft mit Gewissensbissen zu kämpfen: das hättest du genauer/besser/anders machen sollen!!! Du darfst das nicht alles so lasch machen!!!

Auf der anderen Seite dann wieder „ist mir jetzt alles zu kompliziert/anstrengend!“ und „Den Basalratentest kann ich auch noch in trölf Wochen machen!“.

Ich weiß, dass es anderen genauso geht. Trotzdem: „die anderen“ sind meistens auch schlechter geschult als ich, haben alleine dadurch schon andere Voraussetzungen. Zusätzlich hat jedeR seinen ganz anderen Lebens- und Therapieansatz (das ist auch verdammt gut so!). Im Konsens bleibt aber, dass wir mehr oder weniger regelmäßig mit einem schlechtem Gewissen zu kämpfen haben.

Bei mir ist es weniger das messen oder berechnen an sich, sondern eher das Tagebuch führen und die Reflektion am Abend: was war gut, was war schlecht?

Mach den erten Schritt!
Mach den erten Schritt!

In letzter Zeit bin ich wieder aktiv dabei, mein Monster zu zähmen. MySugr – ich bin wieder da! Und siehe da: die Regel „Ich mach das jetzt einfach mal einen Monat lang und warte ab, was passiert“ hilft mir auch wieder. Seit zwei Wochen tippe ich fleißig meine Werte in die App. 🙂 Insgesamt gesehen hat sich dadurch schon meine Blutzuckereinstellung verbessert (ja, ohne Doku geht’s zumindest bei mir nicht) und ich reflektiere auch etwas mehr.

Fazit: ich kann jedem nur raten, sein persönliches Motivationsmotto zu finden und vieles immer wieder auszuprobieren – scheitern gehört dazu und Motivationsverlust ebenso.

Viel Motivation von beate_putzt

Diabetes & Sport – nenn mich Lara Croft!

Diabetes und Sport ist wohl ein Thema für sich und bringt daher verschiedene Probleme mit sich: von der Einstellungen des Diabetes hin zu der Unterbringung des ganzen Equipments.

Bevor ich starten kann, muss ich mich erstmal mit meinem Blutzucker und der zu erwartenden Anstrengung sowie dem Tagesablauf vor und nach des Sports auseinandersetzen:

– Wie hoch sollte der Ausgangswert sein? Yoga erfordert einen anderen Wert als Spinning, Spinning einen anderen als Schwimmen.

– Ist mein Ausgangswert dann auch tatsächlich so wie angepeilt?

– Wann habe ich das letzte Mal etwas gegessen?

– Wann werde ich wieder etwas essen?

– Bin ich danach noch unterwegs oder bewege ich mich?

– Wie ist mein körperliches Befinden? (bei Frauen: Zyklus?!)

Dies bringt viele Überlegungen mit sich und erfordert einiges an Vorbereitungen wie Sport-BEs* , Reduktion des Insulins (Basal*- und Bolus*insulin), Ruhephasen und und und….die Unterbringung meines ganzen Equipments!

Zum Sport (wie walken, Yoga, Fitness, Radtour) benötige ich:

ein Blutzuckermessgerät, Teststreifen, Stechhilfe, mindestens 4 Plättchen Traubenzucker, Müsliriegel oder ein Fruchtmus, Tempo, Schlüssel, Handy und Kopfhörer, Insulinpumpe, eventuell etwas zu trinken…also gefühlt drei Rucksäcke voll. Genau das muss speziell beim walken/joggen geschickt verstaut werden, ohne dass es mich behindert.

Meine Pumpe verstaue ich mittlerweile am liebsten im Sport-BH mit einer Silikonhülle oder in einer Seitentasche in meinen Sporthosen, die eigentlich für das Smartphone gedacht sind:

http://www.decathlon.de/laufhose-elioplay-damen-id_8325630.html
http://www.decathlon.de/laufhose-elioplay-damen-id_8325630.html

Bei Ilka von mein-diabetes-blog.com habe ich schon vor längerem einen Beitrag zum Thema Sport und sinnvollen Sporttaschen gelesen und mir deshalb eine flexible, gar nicht so hässliche Bauchtasche von oramics sport bestellt – da geht wirklich alles rein und sie hält, was sie verspricht!

 

Im Anschluss an meine ganzen Vorbereitungen kann ich einigermaßen „unbeschwert“ losstarten und sehe aus wie Lara Croft – könnte auch schlimmer sein 😉

 

Viel Spaß beim Sport wünscht beate_putzt

 

*Sport-BE: Sport-Berechnungseinheit, also das, was ich an Nahrung benötige, um meinen Körper in meinem persönlichen Sport-Blutzucker-Zielbereich zu halten. In meinem Fall schwankt das zwischen 150 – 250 mg/dl.

*Basisinsulin: als Basisinsulin bezeichnet man das Insulin, was die Grundversorgung des Diabetikers regelt unabhängig von Sport, Essen, Schlafen, etc. . In der Insulinpumpentherapie auch als Basalrate bezeichnet.

*Bolusinsulin: das Insulin, welches man zum Essen anrechnet